Ergebnis einer Studie
WM-Gäste sind voll des Lobes

Die Deutschen haben bei der WM bislang nicht nur sportlich überzeugt. Einer Studie zufolge haben sich die Menschen zwischen Flensburg und Passau auch als ausgezeichnete Gastgeber hervorgetan.

HB LEIPZIG. Vor allem in punkto Freundlichkeit und Sicherheit wurde ihnen vom Ausland in der am Donnerstag in Leipzig vorgestellten Umfrage der internationalen Studentenorganisation AIESEC ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. Für die Umfrage wurden während der Vorrunde in allen zwölf Austragungsorten fast 4000 Gäste befragt. Projektleiterin Karolin Meyer sagte in Anspielung auf das Motto der WM: "Es hat sich gezeigt, dass die Welt tatsächlich zu Gast bei Freunden ist."

Der Studie zufolge erhielten die Gastgeber bei der Freundlichkeit auf einer Skala von "0" und "10" im Durchschnitt den sehr hohen Wert von 8,81. Gelsenkirchen kam am besten weg, Frankfurt mit immer noch 8,43 am schlechtesten. Bei der Sicherheit lag die Bewertung im Schnitt ebenfalls knapp unter neun, hier landete Hamburg ganz vorn. Jeder zweite WM-Gast bewertete die Freundlichkeit der deutschen Gastgeber sogar mit der Bestnote zehn. Meyer sagte, die WM-Gäste fühlten sich insgesamt offensichtlich gut beschützt und freundlich aufgenommen. Etwa 85 Prozent hätten angegeben, später unbedingt erneut nach Deutschland reisen zu wollen.

Als besonders modern empfinden die Gäste Berlin, Frankfurt und München. Hamburg konnte dagegen als Partystadt überzeugen. In Berlin, Gelsenkirchen, Kaiserslautern und Leipzig wurden die Fifa-Helfer als besonders hilfreich eingeschätzt. Beim Stichwort Essen belegte zur Verblüffung zumindest der deutschen Interviewer Gelsenkirchen den Spitzenplatz. Der Leipziger Professor Helge Löbler, der die Studie wissenschaftlich begleitete, sagte, damit habe niemand gerechnet. Er fügte hinzu: "Vielleicht beginnt ja nun die Globalisierung der Currywurst."

Der aus Nigeria stammende Co-Projektleiter Damola Babalola sagte, er sei von der Offenheit der Deutschen gegenüber anderen Kulturen überrascht. Er habe erlebt, wie die Deutschen zu Melodien von der Elfenbeinküste getanzt und sich Trikots von anderen Ländern übergestreift hätten. Rassismus und Diskriminierung seien kein Thema gewesen. Ein Japaner habe ganz bewegt berichtet, dass er nach der Niederlage seiner Mannschaft gegen Australien von Deutschen getröstet worden sei.

An der repräsentativen Studie arbeiteten nach den Angaben der Studentenorganisation mehr als 150 Studierende aus über 20 Ländern mit. Es handelt sich um die erste derartige Erhebung bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Initiative für das Projekt ging von Leipziger Studenten aus. Begleitet und unterstützt wurde die Umfrage unter anderem von der Uni Leipzig und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers.

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