Erleichterung auf Schalke
Neue Stars senden erstes Lebenszeichen

Erster Sieg nach zuletzt fünf Niederlagen: Beim FC Schalke 04 war die Erleichterung darüber fast mit Händen zu greifen. Der Vizemeister ist nach dem Erfolg in Freiburg zwar immer noch Tabellenletzter. Doch die Baustellen werden weniger. Klaas-Jan Huntelaars Siegtor kurz vor Schluss war auch ein Zeichen dafür, dass die neuen und teuren Stars langsam ankommen bei den Knappen.

HB FREIBURG. Mit einem Lächeln im Gesicht gab Klaas-Jan Huntelaar im Kabinengang des Badenova-Stadions schon Interviews, während seine Kollegen vom FC Schalke 04 nach dem 2:1 (1:0) beim SC Freiburg draußen noch auslaufen mussten. Es war wie eine kleine Belohnung dafür, dass der niederländische Millionen-Einkauf seinem neuen Club durch sein spätes Siegtor eine völlig neue Gefühlswelt bescherte: Zum ersten Mal in dieser Saison gewannen die Schalker in der Fußball-Bundesliga ein Spiel. Und zum ersten Mal halfen ihnen die neuen Stars wie Huntelaar, Spielmacher Jurado oder Abwehrchef Metzelder auch wirklich weiter.

"Ich bin froh und erleichtert, dass wir die ersten drei Punkte geholt haben. Da wir die ersten vier Spiele in den Sand gesetzt hatten, standen wir stark unter Druck", drückte Trainer Felix Magath aus, was wirklich jeder Schalker empfand. "Und ich hoffe, dass wir am Samstag gegen Mönchengladbach den nächsten Dreier folgen lassen." Für Benedikt Höwedes fühlte sich der erste Sieg nach fünf Niederlagen "unglaublich befreiend" an, für Ivan Rakitic "wie eine abgefallene Last". Die Erleichterung ging bei den "Königsblauen" sogar soweit, dass sie einige lästige Begleitumstände einfach ausblendeten. Dass sie immer noch Tabellenletzter sind, zum Beispiel, oder wieder nicht gut spielten. Der glückliche Erfolg in Freiburg war nur ein erster Schritt aus der Krise. Mehr vorerst noch nicht.

Doch nicht nur der Sieg an sich bei den zuletzt starken Freiburger sorgte für Entspannung vor allem beim Coach. Magath konnte mit Zufriedenheit feststellen, dass die Baustellen im Team weniger werden. Immerhin lieferte das Spiel auch ein paar wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft. "Man hat gesehen, dass uns dieses System besser liegt. Ich denke, wir werden mit diesem System weiterspielen", sagte er über die geglückte Umstellung auf seine Wunschformation mit einer Mittelfeld-Raute, die ihm auch zum ersten Mal gestattete, seinen 13-Millionen-Euro-Einkauf José Manuel Jurado als klassischen Spielmacher aufzustellen. "Er ist sicher am Ball und ein guter Anspielpunkt für uns. Ich bin mit ihm sehr zufrieden", lobte Magath und ergänzte: "Wir haben eine neue Mannschaft, da kann kein Trainer genau sagen, welches System am besten ist. Da muss man improvisieren und probieren." Mit dem 24 Jahre alten Spanier und seinen beiden "Bodyguards" Joel Matip und Jermaine Jones bekam das Schalker Spiel wieder so etwas wie eine Struktur.

Auch zwei andere schon kritisch beäugte Säulen seines Umbruchs machten Magath endlich Freude: Stürmer Huntelaar fühlt sich in dem offensiver ausgerichteten System offensichtlich wohl, sicherte mit seinem zweiten Saisontor kurz vor Schluss (87.) den Sieg und verhinderte damit, dass die Partie nach Rakitic" früher Führung (9.) und dem Ausgleich von Papiss Demba Cissé (69.) noch kippte. "Das war wichtig für alle: für die Mannschaft und für die Fans", sagte der Neuzugang vom AC Mailand. Der in den ersten Spielen förmlich neben sich stehende Christoph Metzelder meldete sich dazu mit einer soliden Leistung im Abwehrzentrum zurück. "Darüber bin ich heilfroh", meinte Magath. "Ich hoffe, dass er die Rolle jetzt ausfüllen kann, die von Anfang an für ihn gedacht war."

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