Erleichterung nach Elfmeterkrimi
Die Stimmen zur Partie Deutschland - Argentinien

Nach dem Viertelfinalsieg der deutschen Nationalmannschaft über Argentinien hat der Sport-Informations-Dienst (sid) die Stimmen zusammengetragen.

Trainer Jürgen Klinsmann (Deutschland): "Es war verdammt hart, die beiden bisher besten Teams der WM standen sich gegenüber. Wir haben immer an uns geglaubt und gewusst, dass wir zurückkommen werden. Wir sind sehr, sehr stolz auf unsere Mannschaft, vor allem wenn man bedenkt, dass fünf Spieler noch in der U21 hätten spielen können. Sie wurden prima geführt von den Älteren. Die Leitwölfe Ballack, Lehmann, Kahn, Frings und Schneider wollen diesen Moment mitnehmen. Die Fans haben uns wieder fantastisch unterstützt, es ist unglaublich, was in Deutschland abgeht. Das ehrt uns sehr. Es war wie ein Hitchcock-Thriller. Wir zollen Argentinien Respekt, sie haben toll mitgespielt. Es tut weh, dass das Elfmeterschießen entscheiden musste. Aber wir haben es trotzdem verdient. Das war reine Nervensache."

Trainer Jose Pekerman (Argentinien): "Es war eine sehr harte, sehr emotional geführt Partie - eines Viertelfinales absolut würdig. Argentinien hat wie ein Favorit gespielt, richtig gut, obwohl wir am Ende leider verloren haben. Im Elfmeterschießen hat immer der Glücklichere das bessere Ende für sich. Deutschland hat das Glück erzwungen, aber wir haben ein großes Turnier gespielt.

Miroslav Klose: "Das war mein größtes sportliches Erlebnis. Es ist ein faszinierendes Spiel gewesen, ich bin total aus der Puste und kann kaum reden. Im Elfmeterschießen haben wir sicherlich ein bisschen glücklich gewonnen, aber das Spiel war überragend. Für uns Stürmer war es heute etwas schwierig, weil wir wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld hatten und ein wenig in der Luft hingen. Aber in der zweiten Halbzeit hat das dann besser geklappt. Ich bin unglücklich mit dem Torwart zusammengeprallt und hatte danach einen Krampf in der Wade. Da hat es keinen Sinn mehr gemacht, weiter zu spielen und ich habe mich auswechseln lassen.

Oliver Neuville: "Das war das schwierigste Spiel bisher im Turnier für uns. Am Ende haben wir einfach mehr Glück gehabt, denn das ist im Elfmeterschießen alleine entscheidend. Wir haben heute typisch deutsche Tugenden gezeigt und sind nach einem Rückstand wieder zurück ins Spiel gekommen. Argentinien hat seine Chance genutzt, wir haben unsere Chance genutzt und das bessere Ende für uns gehabt."

Jens Lehmann: "Als deutscher Torwart wird von einem erwartet, dass man im Elfmeterschießen Elfmeter hält. Die anderen vier haben aber auch toll geschossen. Das Ganze ist fantastisch für uns. Das war das Viertelfinale, aber jetzt kommt die nächste große Herausforderung. Die Leute sollen jetzt feiern. Ich bereite mich auf Dienstag vor."

Michael Ballack: "Das war sensationell. Von den Torchancen her war es für die Zuschauer nicht so interessant, aber das Spiel stand auf einem hohen taktischen Niveau. Wir haben bis zum Schluss gefightet und nicht viel zugelassen. Ein Sieg im Elfmeterschießen ist immer etwas glücklich. Wir haben einen Lauf und spielen seit WM-Beginn auf einem hohen Niveau und machen dabei wenig Fehler."

David Odonkor: "Ich bin froh, dass wir gewonnen haben und in der nächsten Runde stehen. Wir sind alle sprachlos und lassen unsere Freude aus. Es war ein anstrengendes und spannendes Spiel. Ich sollte Spielfreude zeigen und Spaß haben. Das habe ich getan. Wenn ich reinkomme, gebe ich mein Bestes."

Philipp Lahm: "Wir wussten, dass wir auch reagieren können, wenn wir in Rückstand geraten. Jetzt sind wir im Halbfinale, das hätte uns wohl keiner zugetraut. Jens Lehmann ist ein Torhüter, der mit voller Überzeugung spielt. Wir hatten Vertrauen in ihn. Er hat zwei rausgeholt und war immer in der richtigen Ecke. Besser geht es nicht. Die Geste zwischen ihm und Oli Kahn hat gezeigt, wie sehr die Mannschaft zusammen gewachsen ist."

Bastian Schweinsteiger: "Wir haben uns gefreut in der Kabine. Es gab Musik und Freudentänze. Das hat Spaß gemacht. Das die Jungs die Coolness gehabt haben, die Elfmeter reinzumachen, war klasse. Die waren auch noch gut geschossen. Wir wussten, umso weniger Fehler wir machen, desto besser würde es laufen. Wir haben auf die Freiräume gewartet und oft die Zweikämpfe hinten gewonnen. Wir haben vor keinem der nächsten Gegner Angst, nur Respekt. Mit Italien hätten wir noch eine Rechnung offen. Heute war es ein typisches Unentschieden-Spiel. Wir waren von der Aufstellung der Argentinier überrascht. Sie zeigten, dass sie Respekt vor uns hatten."

Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Ich konnte mich nur schwer auf dem Stuhl halten. So ein Spiel nimmt einen schon sehr mit. Im Elfmeterschießen hatte ich aber Vertrauen in unsere Mannschaft, die Verlängerung war da schon härter. Das war ein sensationelles, einzigartiges Spiel. Argentinien war ein hochrangiger Gegner. Heute Abend freuen wir uns, danach müssen wir aber achtsam sein. Jedes Spiel, was jetzt kommt, ist ein hartes Spiel."

Teammanager Oliver Bierhoff: "Wir haben immer daran geglaubt, dass das Halbfinale möglich ist. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit Druck umgehen kann. Es gibt uns zusätzliches Selbstvertrauen, dass wir einen Großen geschlagen haben. Die kommenden Gegner sind aber genauso schwer. Wir sind heiß, jetzt wollen wir auch den Weg zu Ende gehen."

Bundespräsident Horst Köhler: "Das war ein tolles Ende dank Jens Lehmann. Nach dem 1:1 hatte ich das Gefühl, dass wir gewinnen. Ich glaube, dass wir jetzt auch Weltmeister werden. Ich bin mir aber auch ganz sicher, dass die gute Stimmung im Land nicht gekippt wäre, wenn wir verloren hätten."

© SID

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