Erste Pressekonferenz
Warum Schweinsteiger mit Chicago nicht Weltmeister wird

Der einstige Bayern-Star stellt sich offiziell bei seinem neuen Verein vor. Doch ein Reporter stiehlt Bastian Schweinsteiger die Show – mit einer peinlichen Frage.
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DüsseldorfDie Frage ist so absurd, da muss sich Bastian Schweinsteiger erst einmal bei seinem neuen Coach und bei Vereinschef Vereinschef Nelson Rodriguez rückversichern. Hat er wirklich richtig gehört? Hat der Reporter gerade wirklich gefragt, ob Schweinsteiger mit seinem neuen Klub, Chicago Fire, Weltmeister werden könnte? Nichts wäre unangenehmer, als bei seiner ersten Pressekonferenz gleich zu Unrecht einen Reporter zu belehren.

Schweinsteiger wendet sich vom Mikro ab, dreht den Kopf zu den beiden, die neben ihm sitzen und gestikuliert. Was meint er? Da legt der Reporter nach. „Lassen Sie mich die Frage anders stellen. Erwarten Sie, jetzt wo Sie hier sind, Bastian, dass ein Tor für Chicago Fire bei der Weltmeisterschaft eine realistische Erwartung wäre“, fragt er nach kurzem Zögern, aber mit fester Stimme.

Es klickt, Schweinsteiger entgleiten für einen kurzen Moment die Gesichtszüge, dann kann er sich ein Lachen nicht verkneifen. Rodriguez schreitet ein. „Wir als Verein nehmen nicht an der Weltmeisterschaft teil", stellt er fest. Für den Reporter formuliert er dann die Frage korrekt: „Aber können wir den MLS Cup gewinnen?“ Das Gesicht des ehemaligen Bayern-Spielers entspannt sich. Diese Frage macht Sinn, das kann er beantworten, ohne gleich in ein Fettnäppchen zu treten.

Dennoch: Es ist ein holpriger Start vor der Sportpresse in Chicago und eine heilsame Begegnung mit der amerikanischen Fußball-Realität. Viele haben zwar das Spiel und die Stimmung lieben gelernt, sie interessieren sich jedoch nicht genug für den Sport, um zu verstehen, wie die Liga und die großen Meisterschaften funktionieren. Das gilt auch für manche Journalisten.

„Alles ist möglich im Fußball“, antwortet Schweinsteiger schließlich. „Aber ich kann keine Titel garantieren.“ Er habe nach einem Gespräch mit Trainer Veljko Paunovic gespürt, „dass hier etwas vorangehen soll. Das ist die Herausforderung, die will ich annehmen“, sagt der 32-Jährige, der kurz zuvor sein erstes Training mit den neuen Team-Kollegen absolviert hat.

Zu tun gibt es einiges. Anders als Deutschland und Großbritannien, wo Schweinsteiger zuletzt spielte, sind die USA keine Fußball-Nation, und Chicago Fire ist bestenfalls mittelmäßig in der amerikanischen Liga unterwegs. Kein Wunder, dass der Club große Hoffnungen auf Schweinsteiger setzt.

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Ist Schweini zu alt und zu langsam?

Kommentare zu " Erste Pressekonferenz: Warum Schweinsteiger mit Chicago nicht Weltmeister wird"

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  • Mein Gott, diese in den USA offenbar schon absurde Züge annehmende, aber auch sonst überall anzutreffende Heldenverehrung, dieser auf einzelne Personen projizierte Wunderglaube werden nochmal unser Untergang.

    Speziell, was die Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik angeht.

    Es wär‘ zum Lachen, wenn es nicht so bitterernst (und in seinen Auswirkungen für immer mehr Menschen so traurig) wäre.

    Wenn wir mal unsere „traumhafte“ Märchenwelt verlassen und uns stattdessen auf die raue Wirklichkeit einlassen würden (oder – was leider wahrscheinlicher ist - mit ihr konfrontiert werden), müssten wir feststellen, dass die USA offenbar zu einem Kindergarten geworden sind, der von einem Kleinkind in der Trotzphase „regiert“ wird.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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