Erstmals Nummer eins
Lehmann vor Auftaktmatch ganz cool

Allzu nervös scheint Jens Lehmann vor dem WM-Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen Costa Rica nicht zu sein. Für den Torhüter ist es „ein wichtiges Spiel wie viele andere auch".

Deutschlands Keeper Jens Lehmann gibt sich vor dem WM-Auftakt locker. "Es ist ein wichtiges Spiel wie viele andere auch. Über die Bedeutung kann ich vielleicht hinterher mal nachdenken", sagte der Keeper von Arsenal London vor dem WM-Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft in München gegen Costa Rica.

Dabei ist der Vorrunden-Auftakt bei der Weltmeisterschaft für den 36-Jährigen eine ganz besondere und vor allem neue Situation. War Lehmann bei seinen bisherigen vier Turnierteilnahmen nicht über die undankbare Rolle des Ersatztorwarts hinausgekommen, ist er beim Start in der Münchner WM-Arena erstmals die Nummer eins in der DFB-Auswahl. Oliver Kahn findet sich stattdessen ausgerechnet im "eigenen" Stadion in der früheren Lehmann-Position wieder.

Dabei hat Lehmann nicht unbedingt gute Erinnerungen an die Münchner WM-Arena. Bei der Stadion-Eröffnung vor gut einem Jahr war er im Spiel gegen Bayern München als Torhüter der Nationalmannschaft von den Fans ausgepfiffen und regelrecht angefeindet worden.

"Als ich damals nach dem Spiel im Bus saß, sagte ich mir: Das hatte einen Grund, dass das jetzt so passiert ist. Und nächstes Jahr spiele ich hier wieder. Dieses Spiel hatte seinen Sinn für mich persönlich", sagte Lehmann vor der Begegnung gegen Costa Rica im Rückblick.

Rücktritt ausgeschlossen

Seitdem ihn Bundestrainer Jürgen Klinsmann Anfang April zur neuen Nummer eins in Deutschland erklärte, hat sich offensichtlich auch die öffentliche Wahrnehmung geändert. Früher oft als "Schnösel" kritisiert, wurde Lehmann bei den Spielen in der WM-Vorbereitung gegen Luxemburg, Japan und Kolumbien von den deutschen Anhängern fast schon überschwänglich gefeiert.

Lehmann genießt deshalb den Augenblick und verspürt derzeit wenig Lust, an die Vergangenheit zu denken "und darüber Geschichten zu erzählen. Ich konzentriere mich auf mein Spiel und verschwende keinen Gedanken an das, was war." Auch nicht an die Rote Karte im Champions-League-Finale zwischen Arsenal und dem FC Barcelona (1:2).

Zuletzt war fast schon wieder Übermut bei dem 36-Jährigen zu spüren. Gegen Kolumbien etwa wären Lehmann seine riskanten Ausflüge beinahe zum Verhängnis geworden. Doch dies, so versprach er, werden die Fans bei der WM nicht mehr sehen.

Durchaus möglich, dass die Weltmeisterschaft in Deutschland nicht das letzte große Turnier für den Arsenal-Keeper sein wird. Unlängst äußerte der 36-Jährige seine Absicht, auch nach der WM der Nationalmannschaft treu bleiben zu wollen. "Ich liebe Fußball, das macht Spaß. Und ich bin fit." Er fühle sich momentan wie 26: "Und körperlich bin ich fitter als mit 30."

Deshalb hat Lehmann seinen Vertrag in London um ein Jahr bis 2007 verlängert: "Wir haben ein neues Stadion, und wir werden eine sehr gute Mannschaft haben."

© SID

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