Ethikkommission als drittes Rechtsorgan
Fifa sagt Auswüchsen im Fußball den Kampf an

Der Weltverband Fifa sagt unerwünschten Tendenzen im Fußball den Kampf an. Auf dem 56. Kongress am 7. und 8. Juni in München soll eine Ethikkommission als drittes Rechtsorgan in den Statuten verankert werden. Dies kündigte Präsident Joseph S. Blatter auf einer Pressekonferenz nach einer Sitzung des Exekutivkomitees unter Beteiligung von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder an.

Die Ethikkommission soll Auswüchse im Fußball verhindern und außerdem für mehr Transparenz auf allen Ebenen sorgen. Die bereits bestehende Ethikkommission, mit Exko-Mitglieder besetzt, war, so Blatter, "falsch zusammengestellt. Wir brauchen eine unabhängiges Gremium wie es auch die Disziplinar- und Berufungskommissionen sind".

Fifa und Wada vereint im Kampf gegen Doping

Laut Blatter seien außerdem die letzten Probleme mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada aus der Welt geschafft. Ein Artikel im Disziplinar-Code sei angepasst worden. Grundsätzlich sei die von der Fifa stets geforderte Einzelfallprüfung bestätigt worden. Die Differenzen in Bezug auf die zweijährige Regelsperre, die die Wada der Fifa stets abverlangt hatte, seien ebenfalls beigelegt, weil, so Blatter, nun der Zusatz "im Prinzip" hinzugefügt worden sei.

Seit mehreren Jahren hatte es eine heftige Auseinandersetzung zwischen Fifa und Wada über das Strafmaß bei Dopingvergehen gegeben. Die Wada drohte sogar mit dem Ausschluss des Fußballs vom olympischen Turnier, falls der Wada-Code von der Fifa nicht akzeptiert werde.

Blatter macht sich weiter für Profi-Schiris stark

Blatter machte sich auf der Pressekonferenz im Bayerischen Hof nochmals für die Einführung von Profi-Schiedsrichtern stark, die von den jeweiligen Ligen bezahlt werden müssten. Um den internationalen Spielkalender zu entzerren, werde auch eine Reduzierung der internationalen Ligen auf maximal 18 Klubs pro Liga angestrebt.

Das Exekutiv-Komitee beschloss zudem, eine Übereinkunft mit der internationalen Profi-Spieler-Vereinigung Fifpro zu schließen. "Wir wollen auch die Spieler in die große Familie aufnehmen", so Blatter. Hintergrund dabei ist unter anderem der Abschluss von Versicherungen für Profis, die sich zum Beispiel bei Länderspielen verletzen und dann ihren Klubs nicht zur Verfügung stehen. Zuletzt sah sich die Fifa einer Klage des belgischen Klubs Charleroi ausgesetzt, der eine Millionen-Entschädigung verlangte, weil sich ein Spieler in einem Länderspiel schwer verletzt hatte und lange ausgefallen war.

© SID

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