Euphorie rund um das deutsche Team
„Patriotismus vereint uns alle“

Geschmückte Häuser und Autos, Menschen in schwarz-rot-gold: Deutschland ist im WM-Fieber und zeigt einen noch nicht gekannten Patriotismus. Bundestrainer Jürgen Klinsmann begrüßt die neue Begeisterung.

Das ganze Land ist im WM-Fieber und zeigt neben einer positiven Stimmung auch einen neuen Patriotismus. Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat sich von der Stimmung und dem Stolz der Fans auf ihr Land und die Nationalmannschaft begeistert gezeigt. "Wir verfolgen die Bilder am Fernseher. Es ist wunderschön zu sehen, wenn die Autos mit den deutschen Fahnen geschmückt sind. Was sich da entwickelt, ist toll, das vereint uns alle. Das darf man ruhig ausleben", sagte Klinsmann vor dem zweiten WM-Gruppenspiel am Mittwoch in Dortmund gegen Polen zur Euphorie der Deutschen rund um die WM.

Grundsätzlich findet es Klinsmann gut, "dass man sich mit seinem Land identifiziert. Wenn ein Schuss mehr Patriotismus reinkommt, ist uns das nur recht. Ich denke nicht, dass da ein Problem entsteht. Es ist doch schön, wenn man einen gemeinsamen Traum hat." In den USA sei der Patriotismus "viel extremer", erklärte der gebürtige Schwabe, der seit 1998 in Kalifornien lebt. Am 4. Juli, dem Nationalfeiertag, wäre alles mit der amerikanischen Flagge geschmückt, nur er selbst würde dann die deutsche aufhängen, "dann werden alle etwas stutzig".

Auch der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger hat den derzeitigen Nationalstolz in einem sid-Gespräch als "nicht verwerflich" bezeichnet: "Auch meine Frau hat Deutschland-Fähnchen in unsere Blumenkästen gesteckt. Patriotismus darf aber nicht in Nationalismus umschlagen. Einige in unserem Land setzen unter dem Deckmantel des Patriotismus Menschen anderer Nationen herab."

Nationalspieler Christoph Metzelder rief die Fans dazu auf, sich durch eine Geste mit der Mannschaft zu solidarisieren. "Es wäre doch ein tolles Bild, wenn unsere Fans auf der Tribüne dasselbe machen würden wie wir", sagte der Abwehrspieler von Borussia Dortmund. Dabei bezog sich der 25-Jährige auf die Aktion der DFB-Auswahl vor dem Anpfiff gegen Costa Rica, als die Mannschaft beim Abspielen erstmals den "Schulterschluss" demonstriert hatte.

© SID

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