Euro 2012
Polen und Ukrainer gehen auf EM-Kurs

So langsam kann Michel Platini wieder entspannter nach vorne schauen. Monatelang hatten die Ausrichterländer der nächsten Fußball-EM dem Uefa-Präsidenten Sorgen bereitet – doch nun scheinen die größten Probleme beseitigt. Polen treibt die Vorbereitungen für die Euro 2012 immer besser voran und die Ukraine ist sichtlich bemüht, innenpolitische Widerstände gegen das Projekt beiseite zu räumen.

WARSCHAU. Viele Experten hatten die Vergabe an die beiden Länder vor zwei Jahren skeptisch beurteilt: Es fehle die nötige Infrastruktur, zudem sei insbesondere in der Ukraine die politische Situation alles andere als stabil – mit Sorge wurde auf Einflüsse durch Korruption und Mafia verwiesen.

Auch in Polen hier Beamten mitunter die Hand auf. Doch profitiert die Uefa davon, dass das EU-Mitglied in das europäische Rechtssystem eingebunden ist – das erleichtert die Kontrolle von Korruption. Außerdem kann Polen auf Gemeinschaftsmittel zurückzugreifen. Insgesamt hat das Land 20 Mrd. Euro an Investitionen vorgesehen – die Hälfte davon soll die EU zahlen. Für Polen wird der Fußball so zum Konjunkturprogramm.

Die EU-Hilfen machen sich gerade beim Bau der Stadien bemerkbar: Die Arenen in Warschau (Eröffnung zweites Quartal 2011), Posen (zweites Quartal 2010), Breslau (Ende 2010) und Danzig (viertes Quartal 2010) werden termingerecht fertig sein – ganz so, wie es der „Masterplan“ des Sportministeriums vorsieht. Auch die Ersatzstadien in Chorzów (zweites Quartal 2011) und Krakau (zweites Quartal 2010) liegen im Plan. Beim Bau der Sportstätten in Warschau, Danzig und Posen ist mit Alpine Bau Deutschland auch ein deutsches Unternehmen beteiligt. Die Beträge, um die es hier geht, sind nicht klein: Die Angebotssumme für das Warschauer Nationalstadion liegt bei 285 Mio. Euro.

Ein großes Problem stellt in Polen hingegen der Zustand der vorhandenen Infrastruktur dar – und das, obwohl das Land seit fünf Jahren in der EU ist und für den West-Ost-Transitverkehr aufgrund seiner zentralen Lage auf dem Kontinent eine Schlüsselrolle einnimmt. Noch bleibt viel zu tun: Zu schleppend kam in der Vergangenheit die Modernisierung des maroden Straßen- und Bahnnetzes sowie der Bahnhöfe voran, die teilweise noch aus der Vorkriegszeit stammen. Gerade einmal fünf Prozent des Bahnnetzes entspricht westlichem Standard.

Doch die Verantwortlichen raffen sich auf – angespornt durch das Sport-Großereignis. Seit der Vergabe der Europameisterschaft im Frühjahr 2007 hat Polen 144 weitere Kilometer Autobahn gebaut und verfügt nun über ein Netz von 817 Kilometern. Und das ist noch nicht alles: „Von November 2007 bis Mitte August des laufenden Jahres haben wir Verträge für den Bau von insgesamt 948 Kilometern Straße geschlossen“, sagte Infrastrukturminister Cezary Grabarczyk. Bis Ende des Jahres sollen alle Autobahn-Bauprojekte ausgeschrieben sein, die für die EM vorgesehen sind.

Fortschritte macht nicht nur der Straßenbau. „Die technische Dokumentation ist erstellt, um im nächsten Jahr die sieben wichtigsten Bahnhöfe in Warschau, Krakau, Breslau, Gdynia und Kattowitz umzubauen“, sagte der Sprecher der staatlichen polnischen Bahnen PKP, Michal Wrzosek. Das Land hat für diese Projekte 1,2 Mrd. Euro vorgesehen.

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