Europa-League-Finale Manchester United holt die Trophäe

Manchester United und Startrainer José Mourinho haben die Europa League gewonnen. Wenige Tage nach dem schweren Terroranschlag in der Heimat fällt die Freude allerdings nicht übermäßig aus.
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Manchester United hat sich im Finale gegen  Ajax Amsterdam durchgesetzt. Quelle: dpa
Europa League

Manchester United hat sich im Finale gegen Ajax Amsterdam durchgesetzt.

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Manchester United hat nicht einmal zwei Tage nach dem Terroranschlag in der Heimat die Europa League gewonnen. Durch Tore des 105-Millionen-Euro-Einkaufs Paul Pogba und des früheren Bundesliga-Profis Henrich Mchitarjan siegte der englische Rekordmeister im Endspiel von Stockholm mit 2:0 (1:0) gegen Ajax Amsterdam.

Im Gedenken an die Opfer des Terrorakts in Manchester zeigte Pogba bei seinem Torjubel in der 18. Minute mit dem Finger gen Himmel. Der Franzose war als Kind mit 14 Jahren nach Manchester gekommen und nach einem Gastspiel bei Juventus Turin vor einem Jahr als teuerster Spieler der Welt zurückgekehrt. Der Ex-Dortmunder Mchitarjan entschied die Partie dann kurz nach der Pause mit einem sehenswerten Rückzieher vorzeitig (48.).

Verhaltene Feierlaune

Der spät eingewechselte Kapitän Wayne Rooney stemmte die Europa-League-Trophäe in die Höhe, seine Teamkollegen feierten den Cup-Sieg mit einem Tanz auf dem Rasen. Doch die Freude fiel angesichts des jüngsten Terroranschlags nicht übermäßig aus. „Dieser Sieg hat große Bedeutung. Wir wollten die Trophäe für die Stadt Manchester gewinnen - und jetzt nehmen wir sie mit heim“, sagte Juan Manuel Mata. Ex-ManUnited-Star David Beckham urteilte: „Heute ging es nicht nur um Sport. Das war eine große Nacht für Manchester United, aber eine noch größere für die Stadt und unser Land.“

Die Mannschaft von Startrainer José Mourinho hat sich durch diesen Erfolg trotz einer schwachen Saison in der heimischen Premier League noch für die Champions League qualifiziert. Obendrein ist Manchester erst der fünfte Fußballclub nach Ajax Amsterdam, Bayern München, dem FC Chelsea und Juventus Turin, der alle drei Europapokal-Wettbewerbe inklusive des nach 1999 nicht mehr ausgespielten Europapokals der Pokalsieger gewonnen hat. Für Mourinho persönlich ist es der vierte internationale Triumph seiner Karriere - in europäischen Endspielen ist der Portugiese mit seinen Teams weiter ungeschlagen.

Das sind wichtigsten Spieler des Europa-League-Finals
Manchester United: Paul Pogba
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Für 105 Millionen Euro holte Manchester United den Franzosen im vergangenen Jahr von Juventus Turin zurück. Damit ist Pogba der teuerste Spieler der Welt. Preis und Leistung standen in dieser Saison aber nur selten in einem guten Verhältnis. Die hohen Erwartungen hat der 24-Jährige bislang noch nicht erfüllt.

(Quelle: dpa)

Henrich Mchitarjan
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Drei Jahre spielte er für Borussia Dortmund, erst in der letzten Saison blühte er unter Trainer Tuchel auf. Für 42 Millionen Euro ging der Armenier nach Manchester, wo er im ersten Jahr ähnliche Anpassungsprobleme hatte. Trainer Mourinho hielt ihm schon vor, zu weich für die Premier League zu sein. Stammspieler ist er trotzdem.

Marcus Rashford
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Gilt als größtes Stürmertalent des englischen Fußballs. Durfte schon mit 18 Jahren zur EM 2016 fahren. Nach langer Formkrise war die schwere Verletzung von Zlatan Ibrahimovic die große Chance für ihn. Rashford schoss im Viertelfinale gegen Anderlecht und im Halbfinale gegen Celta Vigo jeweils das entscheidende Tor für United.

Daley Blind
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Es gibt nur einen Verein, den man mit dem Namen Blind verbindet: Vater Danny führte Ajax Amsterdam als Kapitän zum Champions-League-Sieg 1995. Auch Sohn Daley wurde bei Ajax zum Nationalspieler. 2014 ging er nach Manchester. Jeder wisse, dass er Ajax in seinem Herzen trage. „Aber am Mittwoch bin ich United“, sagte er.

Ajax Amsterdam: Kasper Dolberg
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Schoss bislang 6 Tore in der Europa League und 16 in der niederländischen Liga. Sein Trainer in der Ajax-Jugend nannte ihn bereits „den neuen Ibrahimovic“. Wechselte 2015 aus seiner Heimat Dänemark in die berühmte Nachwuchs-Akademie des Clubs. Jetzt sind angeblich Borussia Dortmund und der AC Mailand hinter ihm her.

Amin Younes
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Bei Borussia Mönchengladbach konnte er sich nicht durchsetzen. Selbst beim 1. FC Kaiserslautern fiel er nicht weiter auf. Bei Ajax aber wurde Younes erst zum Stammspieler und steht nun sogar vor seinem Debüt im deutschen Nationalteam. „Prima Dribblings, schneller Antritt“, lobte sogar Club-Legende Edgar Davids in einem „Kicker“-Interview.

Matthijs de Ligt
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Debütierte schon mit 17 in der Nationalelf und wird bei Ajax bereits mit Verteidiger-Legende Ronald Koeman verglichen. „Der Junge steht vor einer wunderbaren Zukunft“, sagt sein Trainer Peter Bosz. De Ligt musste aber auch schon Rückschläge verkraften. Im ersten Länderspiel machte er zwei Fehler und wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

Und das trotz einer wenig offensivfreudigen Final-Vorstellung seines Teams: Nach Pogbas frühem Tor machte Manchester in der gesamten ersten Halbzeit gar nichts mehr nach vorn. Im besten Catenaccio-Stil igelte sich United vor 48 000 Zuschauern stattdessen in der eigenen Hälfte ein - um dann, ganz zu Beginn des zweiten Durchgangs, quasi aus dem Nichts das 2:0 durch Mchitarjan nachzulegen. Bei Ajax blieben der deutsche Außenstürmer Amin Younes und seine Teamkollegen ohne große Torchancen, weil ihnen Räume, Ideen und Mittel fehlten. „Die Enttäuschung ist sehr groß, da weiß man gar nicht, wie man damit umgehen soll“, sagte Younes. Er urteilte dennoch: „Wir können trotzdem stolz sein, dass wir hierhin gekommen sind.“

Nach einer Schweigeminute im Gedenken an die Opfer des verheerenden Bombenanschlags am Montagabend war dem jungen Ajax-Team eine enorme Nervosität von Beginn an anzumerken. Nach zehn Minuten verpasste Marouane Fellaini eine scharfe Hereingabe von Mata noch knapp per Kopf, wenig später aber lag United schon vorn. Über Mata, Marcus Rashford und Rashford kam der Ball zu Pogba, der aus 18 Metern zentraler Position abzog und davon profitierte, dass Ajax-Verteidiger Davinson Sanchez den Ball abfälschte. So blieb der Kameruner André Onana im Amsterdamer Tor machtlos, und der verletzte United-Star Zlatan Ibrahimovic durfte abseits des Rasens erstmals mitjubeln.

Danach fokussierten sich die Engländer aufs Verteidigen - was darin resultierte, dass die Ajax-Offensivbemühungen frühzeitig ins Leere liefen. Younes, der von Bundestrainer Joachim Löw als einer von sechs Nationalmannschafts-Neulingen für den Confed Cup in Russland vom 17. Juni bis zum 2. Juli nominiert worden ist, blieb ebenfalls blass. Auch deshalb, weil der Offensivspieler kaum Bindung zum Spiel fand, zumal kaum Bälle in der vordersten Linie von Ajax ankamen.

Erfahrung und Klasse spielten Manchester in die Karten: Während Mourinho eine Startelf ins Rennen schickte, für die insgesamt 313 Millionen Euro an Transfergeldern ausgegeben worden waren, standen bei Ajax zu Beginn sechs Spieler auf dem Feld, die gerade mal 21 Jahre oder noch jünger sind.

Ein Eckball verhalf United drei Minuten nach Wiederanpfiff zum 2:0. Matas Hereingabe verlängerte Chris Smalling per Kopf, Mchitarjan vollendete im Fallen mit dem Rücken zum Tor. Danach blieb alles wie gehabt: Ajax bemühte sich - und das ohne jeden Erfolg.

  • dpa
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