Europa-League-Finale
Was Manchester United stark macht

Kurz nach dem Bombenanschlag haben die Fußballer von Manchester United heute in Schweden ein Europacup-Endspiel. Wirtschaftlich ist United haushoher Favorit, sportlich hat Ajax eine Chance. Ein Finale im Ausnahmezustand.
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DüsseldorfSchon wieder ein wichtiges Fußballspiel im Zeichen des Terrors: Ajax Amsterdam gegen Manchester United in Stockholm. Bis zu dem Bombenanschlag in der Nacht zu Dienstag war es nur ein außerordentlich namhaftes Finale im Pokalwettbewerb Europa League: ein sechsfacher Europapokalsieger (Ajax) gegen einen vierfachen (United).

„Zwei Giganten prallen aufeinander“, tönte der europäische Verband Uefa voller Stolz. Sportlich stimmt das mit Blick auf vergangene Erfolge, wirtschaftlich dagegen gar nicht: Da beträgt das Chancenverhältnis etwa 10:1 zugunsten der Roten aus Manchester, wie United-Kenner und Buchautor Dietrich Schulze-Marmeling feststellt.

Diese Dominanz lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Mit einem Wert von 1,17 Milliarden Dollar gilt Manchester United als die wertvollste Fußballmarke der Welt. Ajax Amsterdam liegt dagegen im 2016er-Ranking von Brand Finance auf Platz 38: 116 Millionen Dollar errechneten die Markenspezialisten. Der Abstand belegt mehr als einen Klassenunterschied.

Sport und Finanzen rücken nach 22 Toten und 59 Verletzten in Manchester jedoch ins Abseits. Die Blicke der Weltöffentlichkeit richten sich auf eine Mannschaft, die aus einer Stadt unter Schock kommt – und in eine Stadt reist, die erst vor anderthalb Monaten Ziel eines Anschlags war. In Stockholm hatte am 7. April ein Lastwagen in einer Fußgängerzone fünf Menschen getötet.

Eine massive Polizeipräsenz und verstärkte Einlasskontrollen am Stadion wurden deshalb schon vor dem Spiel beschlossen. Durch den Anschlag in Manchester wurde nun der Kontakt zwischen der Europäischen Fußball-Union (Uefa), dem schwedischen Verband und der Polizei vor Ort noch einmal verstärkt.

„Eine solche Form des Anschlags ist immer in unsere Planung und Vorbereitungen dieses Events mit eingerechnet worden“, sagte der Polizeisprecher Lars Bystrom gegenüber dpa. Nach einem Bericht der englischen Zeitung „The Mirror“ soll vor dem Spiel noch ein zusätzlicher Ring an Absperrungen um das Stadion aufgebaut werden, damit die Zuschauer besser kontrolliert werden können.

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