Europa-League-Finale Was Manchester United stark macht

Kurz nach dem Bombenanschlag haben die Fußballer von Manchester United heute in Schweden ein Europacup-Endspiel. Wirtschaftlich ist United haushoher Favorit, sportlich hat Ajax eine Chance. Ein Finale im Ausnahmezustand.
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Die Trophäe für den Gewinner der Europa League: Im treffen in Stockholm Ajax Amsterdam und Manchester United aufeinander. Quelle: dpa
Europa-League-Pokal in Stockholm

Die Trophäe für den Gewinner der Europa League: Im treffen in Stockholm Ajax Amsterdam und Manchester United aufeinander.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSchon wieder ein wichtiges Fußballspiel im Zeichen des Terrors: Ajax Amsterdam gegen Manchester United in Stockholm. Bis zu dem Bombenanschlag in der Nacht zu Dienstag war es nur ein außerordentlich namhaftes Finale im Pokalwettbewerb Europa League: ein sechsfacher Europapokalsieger (Ajax) gegen einen vierfachen (United).

„Zwei Giganten prallen aufeinander“, tönte der europäische Verband Uefa voller Stolz. Sportlich stimmt das mit Blick auf vergangene Erfolge, wirtschaftlich dagegen gar nicht: Da beträgt das Chancenverhältnis etwa 10:1 zugunsten der Roten aus Manchester, wie United-Kenner und Buchautor Dietrich Schulze-Marmeling feststellt.

Diese Dominanz lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Mit einem Wert von 1,17 Milliarden Dollar gilt Manchester United als die wertvollste Fußballmarke der Welt. Ajax Amsterdam liegt dagegen im 2016er-Ranking von Brand Finance auf Platz 38: 116 Millionen Dollar errechneten die Markenspezialisten. Der Abstand belegt mehr als einen Klassenunterschied.

Das sind wichtigsten Spieler des Europa-League-Finals
Manchester United: Paul Pogba
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Für 105 Millionen Euro holte Manchester United den Franzosen im vergangenen Jahr von Juventus Turin zurück. Damit ist Pogba der teuerste Spieler der Welt. Preis und Leistung standen in dieser Saison aber nur selten in einem guten Verhältnis. Die hohen Erwartungen hat der 24-Jährige bislang noch nicht erfüllt.

(Quelle: dpa)

Henrich Mchitarjan
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Drei Jahre spielte er für Borussia Dortmund, erst in der letzten Saison blühte er unter Trainer Tuchel auf. Für 42 Millionen Euro ging der Armenier nach Manchester, wo er im ersten Jahr ähnliche Anpassungsprobleme hatte. Trainer Mourinho hielt ihm schon vor, zu weich für die Premier League zu sein. Stammspieler ist er trotzdem.

Marcus Rashford
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Gilt als größtes Stürmertalent des englischen Fußballs. Durfte schon mit 18 Jahren zur EM 2016 fahren. Nach langer Formkrise war die schwere Verletzung von Zlatan Ibrahimovic die große Chance für ihn. Rashford schoss im Viertelfinale gegen Anderlecht und im Halbfinale gegen Celta Vigo jeweils das entscheidende Tor für United.

Daley Blind
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Es gibt nur einen Verein, den man mit dem Namen Blind verbindet: Vater Danny führte Ajax Amsterdam als Kapitän zum Champions-League-Sieg 1995. Auch Sohn Daley wurde bei Ajax zum Nationalspieler. 2014 ging er nach Manchester. Jeder wisse, dass er Ajax in seinem Herzen trage. „Aber am Mittwoch bin ich United“, sagte er.

Ajax Amsterdam: Kasper Dolberg
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Schoss bislang 6 Tore in der Europa League und 16 in der niederländischen Liga. Sein Trainer in der Ajax-Jugend nannte ihn bereits „den neuen Ibrahimovic“. Wechselte 2015 aus seiner Heimat Dänemark in die berühmte Nachwuchs-Akademie des Clubs. Jetzt sind angeblich Borussia Dortmund und der AC Mailand hinter ihm her.

Amin Younes
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Bei Borussia Mönchengladbach konnte er sich nicht durchsetzen. Selbst beim 1. FC Kaiserslautern fiel er nicht weiter auf. Bei Ajax aber wurde Younes erst zum Stammspieler und steht nun sogar vor seinem Debüt im deutschen Nationalteam. „Prima Dribblings, schneller Antritt“, lobte sogar Club-Legende Edgar Davids in einem „Kicker“-Interview.

Matthijs de Ligt
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Debütierte schon mit 17 in der Nationalelf und wird bei Ajax bereits mit Verteidiger-Legende Ronald Koeman verglichen. „Der Junge steht vor einer wunderbaren Zukunft“, sagt sein Trainer Peter Bosz. De Ligt musste aber auch schon Rückschläge verkraften. Im ersten Länderspiel machte er zwei Fehler und wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

Sport und Finanzen rücken nach 22 Toten und 59 Verletzten in Manchester jedoch ins Abseits. Die Blicke der Weltöffentlichkeit richten sich auf eine Mannschaft, die aus einer Stadt unter Schock kommt – und in eine Stadt reist, die erst vor anderthalb Monaten Ziel eines Anschlags war. In Stockholm hatte am 7. April ein Lastwagen in einer Fußgängerzone fünf Menschen getötet.

Eine massive Polizeipräsenz und verstärkte Einlasskontrollen am Stadion wurden deshalb schon vor dem Spiel beschlossen. Durch den Anschlag in Manchester wurde nun der Kontakt zwischen der Europäischen Fußball-Union (Uefa), dem schwedischen Verband und der Polizei vor Ort noch einmal verstärkt.

„Eine solche Form des Anschlags ist immer in unsere Planung und Vorbereitungen dieses Events mit eingerechnet worden“, sagte der Polizeisprecher Lars Bystrom gegenüber dpa. Nach einem Bericht der englischen Zeitung „The Mirror“ soll vor dem Spiel noch ein zusätzlicher Ring an Absperrungen um das Stadion aufgebaut werden, damit die Zuschauer besser kontrolliert werden können.

Der wirtschaftlich stärkste Klub der Welt
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