Europa League: VfB Stuttgart mit Therapie-Sitzung in Dänemark

Europa League
VfB Stuttgart mit Therapie-Sitzung in Dänemark

Nach fünf Niederlagen in sechs Bundesliga-Spielen will der VfB Stuttgart die Europa-League als Therapie-Programm nutzen. Die Schwaben treten in Dänemark bei Odense BK an. Und die Lage ist ernst.

Die Dienstreise nach Dänemark ist zu einem dreitägigen Kuraufenthalt mit Sportprogramm erklärt worden. In der Bundesliga ist der VfB Stuttgart Tabellenletzter, Trainer Christian Gross allerdings geht davon aus, dass das Spiel in der Europa League heute (19.00 Uhr/Sky live) bei Odense BK für seine Mannschaft einen therapeutischen Zweck erfüllen wird. "Das tut uns gut. Das ist ein anderer Wettbewerb, das hilft uns", versicherte der Schweizer, ehe die Schwaben am Mittwochvormittag nordwärts flogen.

Gross hofft, dass sich seine Mannschaft von den fünf Niederlagen in sechs Spielen in der Bundesliga nicht zu sehr beeinflussen lässt. "Ausschalten kann man so etwas nicht, aber es darf uns nicht ständig begleiten", fordert er von seinen Spielern und gibt deshalb eine klare Marschrichtung vor: "Wir müssen zurückkommen auf die Erfolgsspur, und jedes positive Resultat tut uns dabei gut." Gross hofft auch, "dass wir das mitnehmen können, was wir uns gegen die Young Boys und gegen Gladbach erarbeitet haben."

Ernste Lage in Stuttgart

In die Europa League ist der VfB mit einem 3:0 gegen Bern gestartet, keine 48 Stunden später folgte das 7:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Die Schwaben wähnten sich auf dem Weg der Besserung. Weit gefehlt: Es ist tatsächlich noch schlimmer geworden. Niederlage beim 1. FC Nürnberg (1:2), eine Pleite zu Hause gegen Bayer Leverkusen (1:4) - und schon steht auch Gross in der Kritik. "Die Lage", bestätigt er, "ist sehr ernst, wir sind in einer Schieflage, aber wir haben uns das selbst eingebrockt und müssen da auch wieder herauskommen."

Dass Gross auch der richtige Therapeut für den VfB ist, davon gibt sich zumindest Präsident Erwin Staudt überzeugt. Gross habe "alle Voraussetzungen, um die Sache in den Griff zu bekommen", sagte er und ergänzte, jetzt sei "vor allem die Mannschaft gefordert". Staudt vermisst bei den Spielern insbesondere die Leidenschaft und das "bedingungslose Zusammenstehen", ähnlich äußert sich auch der Trainer: "Die Persönlichkeiten müssen sich noch mehr in den Dienst der Mannschaft stellen und das auf dem Platz umsetzen."

Gross plant Veränderungen in der Startelf

Gross wird am Donnerstag wohl personelle Änderungen vornehmen. Cristian Molinaro und Stefano Celozzi sollen die beiden Außenverteidigerposten besetzen. "Ich plane im Zentrum Änderungen", sagte der Trainer außerdem, was heißt, dass Neuzugang Mamadou Bah dort wohl sein erstes Spiel machen wird. Auf der Kippe steht dagegen Nationalspieler Cacau. "Es geht mir darum, dass wir auch Sicherheit und Ballbesitz haben", betont der Trainer, und Cacau habe ihm zuletzt "mit zu viel Risiko gespielt".

Die Probleme der Stuttgarter sind auch beim dänischen Vizemeister nicht unbemerkt geblieben. "Wir werden das nutzen, dass sie eine schlechte Periode mit einiger Unruhe haben", versichert Mannschaftskapitän Chris Sörensen. Die Dänen, die am ersten Spieltag der Gruppe H mit 1:2 beim FC Getafe unterlagen, haben ihre größte Unruhe schon hinter sich: Am 14. September trennte sich "OB" von Trainer Lars Olsen, seitdem hat Uffe Pedersen das Sagen.

© SID

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