Europameisterschaft
Uefa erhöht Druck auf EM-Ausrichter Ukraine

So hatte sich Uefa-Präsident Platini seinen Besuch in der Ukraine nicht vorgestellt: Dem Ausrichterland der Fußball-Europameisterschaft 2012 fehlen immer noch Flugplätze, Straßen und Hotelbetten. Nun hat der Fußballverband ein Ultimatum gestellt: Sollte die Ukraine nicht massiv investieren, könnte das Land sogar seinen Ausrichterstatus verlieren.

KIEW. Michel Platini ist nicht zufrieden. Der Präsident des europäischen Fußballverbands Uefa besuchte am Montag mehrere Austragungsorte der Europameisterschaft 2012, die in Polen und der Ukraine stattfinden soll. Ein wenig Lob verteilte Platini, aber das galt nur der polnischen Seite. Die Ukraine bekam harsche Kritik ab: Außer Kiew sei keine ukrainische Stadt ausreichend vorbereitet, sagte Platini, und selbst in der Hauptstadt sieht er noch erhebliche Mängel. Sollte sich der Zustand nicht bald ändern, könnte die Ukraine den Status als EM-Ausrichter verlieren.

Ende November will die Uefa über das weitere Vorgehen entscheiden. Vier Monate bleiben den ukrainischen Austragungsorten also noch, um die größten Probleme zu beseitigen. Doch während die Uhr tickt, wird das Chaos im Land immer größer, Fortschritte sind nicht in Sicht.

Bereits im Juni hatte Staatspräsident Wiktor Juschtschenko seine Landsleute aufgefordert: „Unternehmt alle Anstrengungen, um zu zeigen, dass die ukrainischen Städte für die EM 2012 bereit sind.“ Geholfen hat das wenig. Nur fünf Prozent des Etats von 700 Mio. Euro sind bislang gesichert. Woher das restliche Geld kommen soll, weiß niemand. „Der Finanzplan für die Ausrichtung des Turniers ist bedroht“, musste Juschtschenko eingestehen.

Ob die Europameisterschaft wie geplant in Polen und der Ukraine stattfinden kann, ist unsicherer denn je. Vor zwei Jahren haben die beiden Länder den Zuschlag für die Ausrichtung bekommen. Während die Vorbereitungen in Polen nach Plan laufen, drohte die Uefa der Ukraine wiederholt, dem Land die EM wieder zu entziehen. Das Straßennetz ist für den Ansturm der Fans nicht gewappnet, es fehlen Flugplätze und ausreichend Betten in den Hotels. Und ob alle Stadien rechtzeitig fertig werden, ist nach wie vor nicht klar.

Selbst die Hauptstadt Kiew, die als Finalort in Frage kommt, ist den Verantwortlichen ein Dorn im Auge. „Ich habe nicht den Eindruck, dass Kiew sonderlich daran interessiert ist, die Fußball-EM 2012 auszurichten“, ärgert sich Juschtschenko.

Bisher haben politische Machtkämpfe und die weltweite Wirtschaftskrise den Zeitplan ins Wanken gebracht. Die Uefa betrachtet dies zwar mit Nachsicht, weil Platini und andere europäische Fußball-Funktionäre unbedingt wollen, dass die Osteuropäer die EM ausrichten. Dennoch kam die Uefa um ein erstes Ultimatum nicht herum: Kiew gilt zwar als fester Austragungsort für die Gruppenspiele. Doch bis Ende November muss die Stadt nun ihre Tauglichkeit als Endspielort beweisen und für die nötige Flug- und regionale Transport-Infrastruktur sorgen. Die anderen drei Austragungsorte Charkow, Donezk und Lemberg stehen hingegen komplett auf der Kippe. Sie müssen in den nächsten vier Monaten zeigen, dass sie überhaupt internationale Gäste aufnehmen können.

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