Ex-Bundestrainer Skibbe im Interview
„Wir schaffen das“

Der jetzige Tainer von Bayer 04 Leverkusen und Ex-Bundestrainer Michael Skibbe über die Chancen der deutschen Mannschaft im Achtelfinale gegen Schweden und das Gefüge der Mannschaft.

Frage: Herr Skibbe, die deutsche Elf hat die Vorrunde als Gruppenerster beendet, wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Michael Skibbe: Erfreulich! Die deutsche Mannschaft hat sich während der Vorrunde von Spiel zu Spiel gesteigert: Gegen Costa Rica überzeugte in erster Linie die Offensive, gegen Polen sah das auch defensiv besser aus, und gegen Ecuador hat die Mannschaft souverän gespielt.

Nach aller Kritik im Vorfeld der WM, es sieht ganz danach aus, als hätte Jürgen Klinsmann alles richtig gemacht . . .

Die Mannschaft ist tatsächlich auf den Punkt gut vorbereitet und daher auch für höhere Aufgaben gerüstet. Klinsmann und sein Trainerteam konnten offensichtlich ihren Plan Schritt für Schritt umsetzen. Natürlich muss man aber auch berücksichtigen, dass die Gegner der Vorrunde kein Maßstab sein können und dass nun andere Kaliber warten . . .

. . . wie im Achtelfinale Schweden, das mit seinen Weltklasse-Stürmern Larsson oder Ibrahimovic die erste Bewährungsprobe für die deutsche Defensive sein dürfte. Sollte Klinsmann nun auf den erfahrenen Nowotny setzen?

Nein, er sollte dem eingespielten Defensiv-Verbund den Vorzug geben. Und das ist auch richtig so. Denn man kann deutliche Fortschritte in der Abwehr erkennen. Mit einer neuen Formation, die sich erst wieder finden müsste, würde Klinsmann seiner Elf wohl keinen Gefallen tun.

Wie wird Klinsmann die Zeit bis zum Achtelfinale gestalten?

Es ist wichtig, die Spieler darauf einzustellen, dass nun ein Gegner wartet, der einen anderen Fußball spielt. Die Schweden pflegen eine britische Art, Fußball zu spielen, sehr geradlinig und körperbetont.

Welche Taktik sollten die Deutschen gegen Schweden wählen?

Es wird darauf ankommen, von Beginn an dasselbe Engagement zu zeigen wie bisher auch. Schweden hat vor allem in der zweiten Halbzeit gegen England gezeigt, dass es Deutschland mit einer sehr kampfstarken, aber auch spieltechnisch guten Elf zu tun bekommt, die zudem über ein hervorragendes Standardsituationen-Repertoire verfügt.

Im Viertelfinale könnte die deutsche Elf auf Argentinien treffen, das bislang überragende Team bei dieser WM. Das Aus für die Klinsmannschaft?

Nein, das glaube ich nicht. Wenn sich die deutsche Elf weiter von Spiel zu Spiel steigert, dann kann sie auch Argentinien schlagen und . . .

. . . Weltmeister werden?

Die deutsche Mannschaft kann das schaffen! Ich bin sicher, dass sich die Elf von Jürgen Klinsmann auch mit der Klasse der kommenden Gegner steigern kann. So sind wir vor vier Jahren immerhin auch Vize-Weltmeister geworden.

Wenn Sie sich an 2002 erinnern, glauben die Spieler selbst daran, Weltmeister werden zu können?

Davon bin ich überzeugt. Die Mannschaft hat eine gute Vorbereitung hinter sich. Das gibt Selbstvertrauen, weil die Spieler wissen, dass sie auf alle Probleme eine Antwort finden. Und mit den drei Siegen ist bei jedem Einzelnen der Glaube an sich selbst noch einmal gewachsen.

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