Ex-„Fußball-Zwerg“ Zypern gilt als unberechenbar
Kanonenfutter oder Schreckgespenst?

NIKOSIA. Mehr Kontrastprogramm geht eigentlich nicht. Bundestrainer Joachim Löw wird nicht müde, vor dem Gegner zu warnen, Teammanager Oliver Bierhoff bezeichnet die Situation als „tierisch gefährlich“. Beim Gegner aber spricht man nur davon, die Niederlage möglichst in erträglichen Grenzen zu halten. Zypern gehörte viele Jahre lang zu den so genannten „Fußball-Zwergen“, stand in einer Reihe mit einer Malta und war für die großen Fußball-Nationen ein Punktelieferant. Die höchste Niederlage des Landes kassierte die Elf am 21. Mai 1969 in Essen gegen Deutschland. 0:12 hieß es am Ende.

Dass die Nationalmannschaft von Zypern im Lager des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als „Schreckgespenst“ dargestellt wird, liegt an einem aktuelleren Ergebnis. Am 7. Oktober gelang dem Team des griechischen Trainers Angelos Anastasiadis ein 5:2 in Nikosia gegen Irland, das die deutsche Mannschaft zuvor eher mühevoll mit 1:0 bezwungen hatte. Bernd Stange, früherer Trainer der DDR-Auswahl, bezeichnet das zypriotische Team als „Wundertüte“.

Der 58-Jährige muss es wissen, er ist Trainer des Landesmeisters Apollon Limassol. „Mal ist die Mannschaft nur Kanonenfutter, mal gelingt ihr eine dicke Überraschung wie gegen Irland“, sagt Stange. Konstanz ist nicht die Sache der Kicker von der Mittelmeerinsel. Das betont auch Nationalcoach Anastasiadis. „Genau an diesem Problem arbeite ich mit meinen Spielern. Wir haben 1:6 in der Slowakei verloren, dann gegen Irland eine tolle Leistung gezeigt, aber vier Tage später beim 1:3 in Wales wieder schwach gespielt“, sagt der seit 2004 amtierende Trainer, der früher als Spieler das griechische Nationaltrikot trug.

Als „Klein-Griechenland“ kann Zypern durchaus bezeichnet werden. Das Land gehört seit dem 1. Mai 2004 der Europäischen Union an. Der griechisch bestimmte Teil der seit mehr als 30 Jahren geteilten Insel, die bis kurz vor dem den Zypern-Krieg eine britische Kolonie war, orientiert sich als östlichster Vorposten der EU voll und ganz nach Hellas.

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