Falsche Verletzungen
Blatter kritisiert „Schauspielerei“

Fifa Präsident Blatter sieht im Vortäuschen von Verletzungen einen deutlichen Negativ-Trend dieser Weltmeisterschaft. Das Oberhaupt des Fußballweltverbandes verurteilte derartige Schauspiel-Einlagen der Akteure als "Betrug". Gleichzeitig fordert der Schweizer neue Regelungen in Bezug auf Verwarnungen und Spielsperren.

HB BERLIN. Das Vortäuschen von Verletzungen ist nach Ansicht von FIFA-Präsident Joseph Blatter einer der negativen Trends bei dieser Weltmeisterschaft. "Das ist auch eine Art des Betrugs", sagte der 70-Jährige am Dienstag in Berlin. Gegen dieses immer häufiger zu beobachtende Verhalten müsse künftig konsequent eingeschritten werden. Eine weitere negative Entwicklung sei, dass immer mehr Spieler versuchten, den Schiedsrichter zu beeinflussen. "Es stimmt, dass Spieler zum Schiedsrichter gehen und ihn auffordern, ihrem Gegner die Karte zu zeigen", sagte Blatter. Diese Unart müsse ebenfalls gestoppt werden.

Um Spieler besser vor schnellen Sperren zu schützen, schlug Blatter eine Regeländerung bei den gelben Karten vor. Künftig sollten Spieler bei Weltmeisterschaften erst nach der dritten gelben Karten gesperrt werden. Derzeit wird eine für eine Partie Sperre schon nach der zweiten gelben Karte ausgesprochen. Blatter begründete seinen Vorstoß damit, dass mit einer gelben Karte vorbelastete Spieler bereits wegen eines kleinen weiteren Vergehens in einer Halbfinal-Partie für das Endspiel gesperrt sein könnten. Dies sei zu hart. "Wir sollten eine größere Skala haben." So konnte Superstar Michael Ballack beispielsweise nicht am WM-Finale 2002 teilnehmen, da er nach der zweiten gelben Karte im Halbfinale gesperrt war.

Blatter sagte aber auch: "Die Schiedsrichter sollten etwas nachsichtiger sein, wenn sie gelbe Karten geben." Nach 60 von 64 Spielen wurden bei dieser WM bereits 27 rote und 331 gelbe Karten vergeben. Dies ist Rekord in der WM-Geschichte. Für Regeländerungen ist der International Football Association Board (IFAB) zuständig. Die Institution setzt sich aus Mitgliedern der FIFA und Vertretern aus England, Irland, Schottland und Wales zusammen.

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