Fan-Artikel
Deutsche Fans mögen lieber Schals

Die 116 Fußball-Klubs der sechs größten europäischen Ligen verkaufen Fan-Artikel im Gegenwert von 615 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz stieg zuletzt auf über acht Milliarden Euro. Die Bundesliga spielt zwar ganz oben mit - ungeschlagene Tabellenführer sind jedoch andere.

KÖLN. Jürgen Klinsmann hat es schon Mitte der neunziger Jahre kommen sehen. Als er damals von Tottenham Hotspur zum FC Bayern wechselte, ließ er sich als einer der ersten Fußball-Profis eine Klausel in den Vertrag setzen, die ihn am Verkauf seines Trikots mit der Rückennummer 18 beteiligte.

13 Jahre später nehmen die 18 Vereine der Fußball-Bundesliga fast jeden zehnten Euro durch den Verkauf von Fan-Artikeln ein. Insgesamt erlöst die höchste deutsche Spielklasse durch den Verkauf von Merchandising-Produkten 127 Millionen Euro pro Spielzeit und liegt damit hinter der englischen Premier League (171 Millionen Euro) und der spanischen Primera División (145 Millionen Euro) auf Platz drei. Das geht aus dem "European Football Merchandising Report" hervor, den die Vermarktungsagentur Sport + Markt gestern in Köln vorstellte. Dazu hatte das Unternehmen im Sommer 2008 alle 116 Erstliga-Vereine der sechs führenden europäischen Fußball-Ligen in Deutschland, England, Spanien, Frankreich, Italien und Niederlande schriftlich befragt. Hinzu kam eine repräsentative Umfrage unter 3 650 Fans von Mannschaften dieser Ligen.

Der Untersuchung zufolge erzielen die Klubs in den sechs europäischen Top-Ligen einen Gesamtumsatz von 8,04 Milliarden Euro, 615 Millionen Euro entfallen dabei auf den Verkauf der Fan-Artikel. Mit 10,4 Prozent ist der Anteil des Merchandising am Umsatz in Spanien am höchsten, nur 4,4 Prozent erwirtschaftet Italiens Serie A aus dem Verkauf von Merchandising-Artikeln.

Hauptfaktoren für erfolgreiches Merchandising seien der sportliche Erfolg, die Größe des Marktes und die Zahl der Fans im In- und Ausland, sagte Hartmut Zastrow, Vorstand von Sport + Markt. Entscheidend sei aber vor allem, wie viele Zuschauer zu den Heimspielen kommen. "Gerade der Verkauf am Spieltag im Stadion ist für die meisten Klubs ein bedeutender Umsatzfaktor", sagte Zastrow. Je größer die Stadien, desto höher der Zuschauerschnitt, desto höher sind auch die Einnahmen aus dem Merchandising.

Seite 1:

Deutsche Fans mögen lieber Schals

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%