Fan-Tumulte bei Fortuna
Szenen eines skandalösen Fußballabends

Fortuna Düsseldorf feiert den Aufstieg in die erste Bundesliga - vielleicht zu früh. Hertha BSC Berlin erwägt, wegen der Fan-Tumulte Protest einzulegen. Wie es zur Eskalation beim Relegations-Rückspiel kam.
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DüsseldorfDer 14-Jährige Björn war proppenstolz auf sein Stück Rasen. Eine halbe Stunde nach dem Abpfiff zeigte er es im Foyer der Esprit-Arena fröhlich seinen Freunden. Eines war ihm aber wichtig: „Ich habe das Stück erst NACH dem Abpfiff herausgeschnitten.“

Auch Luca betonte, dass er sich sein Stück aus dem Tornetz erst dann herausgeschnitten hatte, als die Partie wirklich beendet war. Kein Wunder, dass die jungen Fans das so betonen, denn einige Rüpel hatten mit dem eigentlich so freudigen – in Düsseldorf üblichen – Prozedere deutlich zu früh begonnen.

Die Fan-Tumulte im Relegations-Rückpartie zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC sind eine Schande für den Gastgeber und werden so oder so ein Nachspiel haben. Ganz streng genommen darf sich Düsseldorf noch nicht einmal als Aufsteiger bezeichnen, denn die Hertha wird sehr wahrscheinlich Protest einlegen und entsprechend ist sogar eine Wiederholung des Spiels theoretisch möglich.

Sportrechtsexperte Michael Lehner sieht jedenfalls gute Erfolgschancen für einen möglichen Protest von Hertha BSC: „Das Spiel ist nicht ordnungsgemäß nach dem Prinzip der Chancengleichheit zu Ende gebracht worden. Es gab einen Bruch im Sinne der Spielentwicklung“, sagte Lehner im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid): „Die Mannschaft von Hertha BSC ist durch das Verschulden Dritter einer reellen Chance beraubt worden, das Spiel noch zu gewinnen. Deswegen müsste es aus juristischer Sicht eine Spielwiederholung geben.“ Trotz der Tatschenentscheidung von Schiedsrichter Wolfgang Stark, das Spiel nach 20-minütiger Unterbrechung wieder anzupfeifen, hält Lehner eine juristische Beurteilung für erforderlich. "Das Spiel musste schließlich aus übergeordneten Sicherheitsaspekten fortgeführt werden", sagte Lehner. Bei der Bewertung des Falls müssten aufgrund nicht eindeutiger gesetzlicher Grundlagen Präzedenzfälle betrachtet werden.

Herthas Anwalt Christoph Schlickhardt sagte, die Mannschaft habe sich Todesangst befunden. „Der Schiedsrichter Wolfgang Stark hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt, sondern wohl nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation - man hat von einem Blutbad gesprochen - zu verhindern.“

Klar ist, dass solche Ausschreitungen in Zukunft verhindert werden müssen. Und da sind nicht nur die Vereine in der Verantwortung. Hertha-Trainer Otto Rehhagel sagte: „Das war eine Katastrophe. Da muss sich der DFB etwas einfallen lassen, um dem Herr zu werden.“ Die Gewerkschaft der Polizei fordert gar härtere Strafen für randalierende Fußballfans.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat derweil Ermittlungen aufgenommen.

Die Berliner sind nach dem 2:2 am Dienstagabend zum sechsten Mal abgestiegen, Düsseldorf feierte nach dem 2:1-Hinspielerfolg damit die Bundesliga-Rückkehr nach 15 Jahren. „Es ist unsere Verantwortung, darüber nachzudenken. Das sind wir auch unseren Fans schuldig“, erklärte Michael Preetz, Manager des Fußball-Bundesligisten.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer äußerte sich etwas zurückhaltender über einen möglichen Protest: „Wir haben den Düsseldorfern zum Aufstieg gratuliert“, sagte er. „Ich kann es sportrechtlich nicht beurteilten. Wir werden sehen, ob es eine Prüfung gibt.“ Und es gibt gute Gründe, warum eine Spielwiederholung sportlich und moralisch gerechtfertigt wäre – aber eben auch einige, die dagegen sprechen. Doch der Reihe nach.

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  • Ich würde gerne mal wissen, wie es diese Hundertschaften überhaupt in den Innenraum geschafft haben? Schon als Lell den letzten Einwurf machen wollte musste er sich durch ein Dutzend Fans durchmogeln. Ich würde den Fokus mal eher auf die Organisatoren lenken. Dass ein Fan sich schon mal in die erste Reihe mogelt, ist wohl normal. Das er das kann, das ist eher die Schuld des Ausrichters.

    Hertha sollte ein Rückspiel im neutralen Stadion ohne Zuschauer bekommen.

  • jeder der schon mal Fussball oder sonst eine Sport betrieben hat weiss was es bedeutet zwischendurch, wenn man gerade voll im Saft und Adrenalin sthet, mehrmals für mehrer Minuten angehalten wird und Pause machen soll. MAn wird kalt und insbesondere wenn die fans da sind die nur darauf warten auf die Speiler zu stürmen, hätte ich die Hose voll überhaupt aufs gegnereishce Tor zuzughehen und dann ggf. noch ein Tor zu schiessen. Was wäre dann gewesen, die Spieler, der Schiri, etc. wären gelyncht worden. Auch wenn die Hertha über die Saison es vergeigt hat, ist es absolut gegen jede Regel des korrekten Sports. Das wren Umstände die kein korrektes Spiel mehr zugelassen haben, auch wenn es nur ein paar Mainuten waren. Spiel ist Spiel und das mus geregelt ablaufen bis zum Ende durch den Schiri und ohne das die Spieler Angst um ihr Leben haben müssen. Es wäre nur folgerichtig richtig wenn das Sportgericht auf Wiederholungsspiel entschieden würde, aber auf neutralem Platz. Damit würde ein Zeichen gesetzt an die sogenannten Fans, das so etwas im Stadion auf allen Ebenen nicht toleriert wird. Hertha hat zwar weitergespielt, aber nur auf Drängen des Schiris damit nicht noch schlimmeres durchden erzwungenen Speilabruch passiert.

  • Hertha oder Düsseldorf...egal...
    aber einen solchen Tumult müssen die Spieler nicht hinnehmen.

    Da wird man sich wohl auf neutralem Platz erneut treffen. Das sit dann auch eine Lektion für die D' dorfer Rabauken.

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