Fußball
Fandel: "Effiziente Spielzeit wird erhöht"

Die neue Interpretation der Abseitsregel führt zu einer Veränderung des Spiels. "Die effiziente Spielzeit wird erhöht, denn das Spiel wird weniger häufig unterbrochen", so "Confed-Cup"-Schiedsrichter Herbert Fandel.

Die gegenwärtige Interpretation der Abseitsregel erhitzt zum einen die Gemüter und verändert zum anderen das gesamte Spiel. "Die effiziente Spielzeit wird erhöht, denn das Spiel wird weniger häufig unterbrochen. Ich weiß nicht, ob das eine Absicht ist, jedenfalls ist es ein Ergebnis", so der deutsche Confederations-Cup-Schiedsrichter Herbert Fandel.

Der Fan tappt noch im Dunkeln

Die Spieler sollten durch ihre Delegationen auf die neue Situation eingestimmt werden. Die Schiedsrichter haben sie seit ihrer Ankunft zum "Confed-Cup" Tag für Tag mit Jugendmannschaften geübt. Nur dem Fan, dem ist es noch nicht hundertprozentig klar, was ab der neuen Saison auf allen Plätzen und in allen Wettbewerben auf ihn zukommt.

Fandel am Montag auf einer offiziellen Pressekonferenz des Weltverbandes Fifa: "Wir pfeifen ab sofort nur noch Abseits, wenn ein im Abseits stehender Spieler den Ball auch tatsächlich berührt, wenn ein Spieler den Gegner behindert oder wenn er einen Vorteil erhält, zum Beispiel durch einen vom Pfosten zurückspringenden Ball."

Wezel: "Entscheidend bleibt der Moment der Ballabgabe"

Wird das Spiel dadurch für die Assistenten leichter, weil sie jetzt mehr Zeit haben, bis sie die Fahne heben müssen? Assistent Volker Wezel: "Nein. Entscheidend bleibt ja der Moment der Ballabgabe. Sie müssen die Szene als Standbild in ihrem Kopf einfrieren und länger als bisher warten, bis sie die Fahne heben."

Ein anderes heißes Thema ist die Elfmeterflut beim Confederations Cup. Acht hat es bislang gegeben, sechs wurden verwandelt. Das macht bei bislang 27 Treffern eine Quote von 22,22 Prozent - ziemlich hoch im Vergleich zu anderen Turnieren. Fandel: "Bis zum Ende wird sich das wieder normalisiert haben. Es gibt keine neuen, detaillierten Anweisungen - außer, dass wir darauf achten sollen, dass sich bei der Ausführung eines Elfmeters auch wirklich nur Schütze und Torhüter im Strafraum befinden. Sonst haben wir bald zwei komplette Mannschaften im Strafraum ..." Insofern fand Fandel auch die Entscheidung seines italienischen Kollegen Roberto Rosetti, der beim Spiel Mexiko - Brasilien einen Strafstoß zweimal wiederholen ließ, "mutig".

Fandel: "Das perfekte Spiel gibt es nicht"

Mit seiner persönlichen Leistung und der seiner Assistenten Carsten Kadach und Wezel beim Spiel Griechenland - Japan war Fandel zufrieden: "Das perfekte Spiel gibt es nicht. Wir waren nicht fehlerlos, das weiß ich, aber die Spieler haben uns akzeptiert und wir hatten das Spiel unter Kontrolle."

Fandels Ziel ("Für mich ist das schon etwas Bedeutendes, bei diesem Turnier pfeifen zu dürfen") ist es natürlich, auch im nächsten Jahr bei der WM mit seinen Assistenten dabei zu sein: "Ich glaube, dass die Fifa die besten Schiedsrichter auswählen wird, aber ein wenig Sportpolitik gehört auch immer dazu. Das muss man akzeptieren."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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