Fans stärken Huth den Rücken
Bange machen gilt nicht

Eine gesunde Portion Geduld und Michael Ballack haben im zweiten Gruppenspiel des Confederation-Cups gegen Tunesien den Sieg des DFB-Teams regelrecht erzwungen - das flößt vor dem Gruppen-Endspiel gegen Argentinien auch den Südamerikanern Respekt ein.

KÖLN. Ein fester Blick, ein entschlossener Anlauf - und dann schlug das Leder knallhart und hoch in der Mitte des tunesischen Tores ein. Michael Ballack hatte die brachialen Variante gewählt, um das Leder aus elf Metern im Gehäuse zu versenken. Endlich zu versenken, nach 70 Minuten, die die deutschen Fans beim zweiten Confederations-Cup-Auftritt ihrer nationalen Fußball-Elite in Köln geduldig zwischen Hoffen und Bangen verbringen mussten. Bis der Kapitän den Bann brach. Wieder einmal er, der sich bis dahin vor allem in den Dienst der Mannschaft gestellt, gearbeitet und gegrätscht hatte. Wieder einmal er, der die Wende mit all seiner Willenskraft fast erzwungen hatte. Er holte den Strafstoß heraus und er verwandelte ihn sicher. Er leitete damit die Wende ein in einem Spiel, das längst nicht eindeutig verlief, wie es der Endstand von 3:0 (0:0) Glauben machen könnte.

Wie wichtig dieses Tor war, verriet der explosionsartige Jubel, mit dem der Kapitän die Führung feierte. "In den ersten beiden Spielen hat man von uns erwartet, dass wir sie gewinnen. Das baut natürlich Druck auf. Man darf nicht vergessen, dass wir viele junge Spieler in unserer Mannschaft haben", erklärte der unumstrittene Chef den Gefühlsausbruch. "Ab und zu muss man warten können. Dafür sind wir belohnt worden."

Auch mit weiteren Toren. Herrlichen Toren, für die dann die Youngster Sebastian Schweinsteiger (80.) nach einem Zauberpass von seinem Spezi Lukas Podolski und Debütant Mike Hanke (89.) nach Flanke von Sebastian Deisler verantwortlich zeichneten, so als wären sie von einer Last befreit. Spätestens da war klar: Es war wieder einmal Dreh und Angelpunkt Michael Ballack, der die Initialzündung gab für einen Sieg, der am Ende auch die 44 000 im ausverkauften Kölner WM-Stadion versöhnlich stimmte. "Nach dem Elfmeter von Michael hatten wir das Gefühl, wir haben sie im Griff", wusste auch Bundestrainer Jürgen Klinsmann, was er seinem Kapitän zu verdanken hatte.

Doch Ballack war nicht der einzige, der gegen Tunesien im Mittelpunkt stand. Auch Robert Huth, der meistkritisierte Spieler in der nach den jüngsten Auftritten als „Wackelkandidat“ abgestempelten Viererabwehrkette, musste nach dem Spiel stellen - und tat dies ebenso bewundernswert, wie er sich durch die 90 Minuten auf dem Feld gebissen hatte. "Ich möchte mich bei den Fans für die Unterstützung bedanken. Es war einfach toll zu wissen, dass ich nicht alleine dastehe", sagte der 20-jährige Abwehrhüne. Immer wieder waren "Huuuuuuuth!"-Rufe durch das Stadion gehallt - und das, obwohl der Verteidiger zu Beginn erneut mehrfach schlecht aussah.

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