Farce bei den „Königlichen“
Reals Präsident spielt Marx Brother

dpa MADRID. „Und zur Strafe gibt es: ... zwei Tage Urlaub.“ Was als eine Strafaktion für die Fußball-Stars von Real Madrid begann, endete in einer Farce, die fast an die Filmkomödien der Marx Brothers erinnerte.

Nach dem mageren 1:1 der „Königlichen“ am Wochenende gegen den Abstiegskandidaten Real Sociedad San Sebastián schäumte Real-Präsident Fernando Martín vor Wut über die blamable Darbietung seiner hoch bezahlten Kicker. „Das ist eine Schande“, wies er in der Kabine Kapitän Raúl zurecht. „Die freien Tage in der Osterwoche sind gestrichen.“ Der Clubchef setzte ein Straftraining an.

Als die „Galaktischen“ am nächsten Morgen auf dem Trainingsplatz eintrudelten, herrschte „so dicke Luft, dass man sie mit einem Messer hätte zerschneiden können“, beschrieb die Zeitung „El Mundo“ die aufgeladene Atmosphäre. Mehrere Fußballer beschwerten sich hinter vorgehaltener Hand, vom Präsidenten wie Kinder behandelt zu werden. Einige von ihnen hatten Kurzurlaube gebucht und ihre Reisen nun absagen müssen.

Aber den Clubchef schien der Mut mittlerweile verlassen zu haben. „Ich bin nicht gekommen, um Euch den Urlaub zu nehmen“, sagte er versöhnlich und gab dem Team sogar noch einen halben Tag länger frei. Mit seinem unverhofften Rückzieher läuft Martín nach nur sechs Wochen im Amt Gefahr, allen Kredit zu verspielen und zur Witzfigur zu werden. „Großmaul!“, titelte das Sportblatt „As“. „Statt Autorität zeigt der Real-Präsident Schwäche.“

Das Fachblatt „Sport“ witzelte: „Martín lässt vor seinen Spielern die Hosen runter.“ Der Vorgänger Florentino Pérez war zurückgetreten, da das Starensemble ihm über den Kopf gewachsen war. Martín kündigte als Nachfolger einen Kurs der Härte an: „Ich werde unerbittlich sein mit Spielern, die nicht alles für Real geben. Ich werde nicht mit der Wimper zucken, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen.“ Aber nun zeigt sich, wie „As“ schreibt, dass dies leere Worte waren und die Lage sich nicht um einen Deut gebessert hat.

Mit der Farce um Straftraining und Urlaubssperre erwies der Clubchef nicht nur sich selbst einen schlechten Dienst, sondern auch dem Trainer und der Mannschaft. Coach Juan Ramón López Caro steht nun als ein Statist da, der nichts mehr zu sagen hat. Und bei den Fans verstärkt sich der Eindruck, dass den „Galaktischen“ ihre Mill. wichtiger sind als der Verein.

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