Fußball
Farina schmeißt die Brocken hin

Null Punkte aus drei Spielen, zehn Gegentore: Gute Gründe für Frank Farina, als Nationaltrainer Australiens zurückzutreten. Als Interimscoach fungiert bei den Australiern nun Ron Smith.

Die australische Verband wird sich einen neuen Nationalcoach suchen müssen. Frank Farina hat aus dem schwachen Abschneiden seines Teams beim Konföderationen-Cup die Konsequenzen gezogen und nach sechsjähriger Amtszeit seinen Rücktritt erklärt. Der in der Heimat schwer kritisierte Farina wollte durch die "einvernehmliche Lösung" mit dem Verband (FFA) die WM-Qualifikation der "Socceroos" nicht gefährden.

"Die ganzen Spekulationen um meine Position sind Dinge, die keinen Einfluss auf die Leistung der Mannschaft haben sollten. Da diese Gefahr aber besteht, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen", erklärte der 40-Jährige. Trotz des Rücktritts sieht Farina aber gute Chancen, die angestrebte zweite WM-Teilnahme nach 1974 zu schaffen. "Wir haben die Spieler und die Qualität, die uns zur WM führen können", meinte der zweifache Familienvater, dem zunächst Ron Smith als Interimscoach nachfolgen wird.

Ron Smith soll es nun richten

Nach dem Willen von FFA-Präsident Frank Lowy soll nun Smith die WM-Qualifikation erfolgreich bestreiten. "Für uns ist es ganz wichtig, dass wir uns auf unseren Weg zur WM konzentrieren. Es liegt in unserer Verantwortung, alles dafür zu tun, damit Australien 2006 in Deutschland dabei ist. Wenn nötig, werden wir dafür alle Steine umdrehen", erklärte der Verbands-Boss.

In der letzten Runde der Ozeanien-Qualifikation Anfang September gegen die Salomon-Inseln besteht für die Australier keine Gefahr, doch dann muss die Mannschaft aus "down under" im November gegen den Fünften der Südamerika-Gruppe antreten. Diese Play-off-Duelle gingen zuletzt immer verloren, weshalb die "Aussies" für die WM 2010 in die Asien-Zone wechseln wollen.

Beim Konföderationen-Cup war Australien in der deutschen Vorrunden-Gruppe Tabellenletzter geworden und hatte keinen Punkt errungen. Allerdings zogen sich die "Socceroos" in den Duellen gegen Deutschland (3:4) und Argentinien (2:4) gut aus der Affäre. Gegen Afrika-Meister Tunesien hatte es zum Vorrundenabschluss ein 0:2 gegeben. In den drei Turnierspielen kassierten die "Aussies" zehn Gegentore.

Der Italo-Australier Farina, der in der Heimat auf Grund seines rauen Umgangs mit den Medien den Spitznamen "Cranky Franky" (wunderlicher Franky) trägt, hatte zuletzt alles dem Erfolg seines Teams untergeordnet. Der frühere Nationalstürmer verlegte sogar seinen Wohnort von Australien nach England, um sich so ein besseres Bild von seinen zumeist in der englischen Premier League beschäftigten Spielern machen zu können.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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