Fastergraph
Twitter-Nutzer sabotieren Puma-Kampagne

Der Sportartikelhersteller Puma verschickt via Twitter digitale Autogrammkarten von Fußball-Stars wie Marco Reus und Cesc Fabregas – inklusive persönlicher Widmung. Doch die Werbekampagne geht nach hinten los.
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DüsseldorfViele Fußball-Fans, vor allem die jungen, träumen von originalen Autogrammen ihrer Superstars – am liebsten mit persönlicher Widmung. Dafür stehen sie mitunter stundenlang am Trainingsgelände oder an den Stadiontoren und warten, ehe Spieler wie Marco Reus oder Mario Götze ihr Tagewerk vollbracht haben. Erfüllen die Kicker dann tatsächlich doch noch (gelangweilt) den einen oder anderen Autogrammwunsch, kommt dies meist einem kleinen Wunder gleich.

Puma erkannte diese Nische und entwickelte eine bislang einzigartige Werbekampagne: Der Sportartikelhersteller eröffnete bei Twitter den Hashtag #Fastergraph. Darüber konnte jeder Fan mit wenigen Klicks eine digitale Autogrammkarte seines Stars einfordern – inklusive persönlicher Widmung, orientiert an dem Usernamen. Schneller geht's kaum.

Eigentlich eine lohnenswerte PR-Idee. Wären da nicht einige Internetnutzer, die die Kampagne dafür missbrauchten, um die Sportler zu verunglimpfen. So legten einige User beispielsweise Accounts mit dem Namen „Cocaine“ oder „IspreadEbola“ an und forderten damit eine digitale Autogrammkarte ein.

Das Ergebnis: „Kokain, ohne dich hätte ich es nie geschafft“, steht dann da beispielsweise in Marco Reus' Handschrift auf dessen Autogrammkarte geschrieben.

Und bei Cesc Fabregas vom FC Chelsea heißt es: „Ich verbreitete Ebola, vielen Dank für die Unterstützung.“

Ein anderer Nutzer nennt sich „I'm joining Liverpool“ (Ich wechsele zu Liverpool) und kombiniert das ebenfalls mit der Reus-Autogrammkarte.

Auch Beschimpfungen finden sich auf den Autogrammkarten der Stars.

Bereits Zehntausende Fans haben sich an der Aktion beteiligt. Puma will die Kampagne nun allerdings wieder beenden. „In einigen wenigen Fällen wurden durch geänderte Twitter-Namen oder neue Twitter-Accounts Motive mit despektierlichen Aussagen erstellt.

Die ungewollte virale Richtung der Twitter-Kampagne hat bei Puma schnell Wirkung gezeigt: Das Unternehmen hat „#Fastergraph“ nach nur einem Tag wieder eingestellt. Original-Autogramme der Stars sind eben durch nichts zu ersetzen – auch, wenn man darauf einmal länger warten muss.

Victor Fritzen
Victor Fritzen
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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