Fußball
Fazit des "Confed Cups" fällt positiv aus

Als voller Erfolg kann der Confederations Cup 2005 gewertet werden. Die Begeisterung war groß, die Stadien voll, die Spiele sehenswert - nur die neue Abseitsregel und zahlreiche "Flitzer" geben Grund zur Klage.

Prädikat "gelungen": Der Konföderationen-Cup 2005 erwies sich als gelungener Test und machte noch mehr Appetit auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli). Volle Stadien, tolle Stimmung, eine bis einschließlich des Halbfinales überzeugende Gastgeber-Elf sowie ein Traumfinale zwischen Weltmeister Brasilien und dem Erzrivalen Argentinien - der lange Zeit ungeliebte "Confed Cup" erwies sich als gelungener Aufgalopp zur zweiten WM-Endrunde auf deutschem Boden nach 1974.

"Ich muss den deutschen Organisatoren ein Kompliment machen. Der Konföderationen-Cup wurde wie ein Stiefkind betrachtet. Hier in Deutschland ist er hoffähig geworden", resümierte sogar Fifa-Präsident Joseph S. Blatter. Negativpunkte beim "Confed Cup" waren lediglich die Dopingverdachtsfälle gegen zwei mexikanische Spieler und die vier Rasenstürmer, die bis zu den Finalspielen am Mittwoch trotz Abschirmung durch viel Stewards auf das Spielfeld gelaufen waren.

"Flitzer" bereiten Sorgen

WM-OK-Chef Franz Beckenbauer "ärgerte" es, dass "Wahnsinnige es schaffen, die Sicherheitskräfte abzulenken und den Spielfluss zu unterbrechen. Wir werden diese Ausflugsstimmung stoppen". Bundesinnenminister Otto Schily kündigte den Chaoten, die sogar für ihre Auftritt bezahlt wurden und Werbung auf ihren T-Shirts trugen, Konsequenzen an. Bislang fehlte in Deutschland allerdings die gesetzliche Grundlage dafür.

Über "andere kleine Fehler" war WM-Macher Beckenbauer allerdings eher froh: "Die können wir jetzt noch abstellen." Dazu gehörten zum Beispiel der zähfließende Verkehr nach dem Duell Deutschland-Argentinien in Nürnberg oder die Tatsache, dass beim deutschen Auftaktmatch gegen Australien in Frankfurt/Main zur Halbzeit das Bier ausging bzw., dass die Chip-Karten-Technologie noch nicht hundertprozentig funktionierte.

Stadionauslastung hoch

Knapp 575 000 statt der erwarteten 420 000 Zuschauer und eine Stadionauslastung von 85 Prozent, eine phantastische und vor allem friedliche Atmosphäre in den fünf "Confed-Cup"-Arenen und attraktiver Fußball der teilnehmenden acht Mannschaften verstärkten die Vorfreude auf die WM 2006. "Da herrschte jetzt schon in jedem Stadion Feiertagsstimmung, auch wenn Deutschland nicht beteiligt war", sinnierte Beckenbauer. Positiver Nebeneffekt des Fan-Booms beim "Confed Cup": Die zusätzlichen Besucher minderten das Defizit, das bei 25 Mill. Euro Kosten während des Konföderationen-Cup der Weltverband Fifa auszugleichen hat, deutlich.

Der Mann, der schon ein Jahr vor der WM-Endrunde der "Mini-WM" wie kein anderer seinen Stempel aufdrückte war indes Beckenbauer. Mit einem Helikopter düste der "Kaiser" mehrfach quer durch die Republik, legte mehr als 10 000 Kilometer zurück, sah zwölf der 16 Turnierpartien, begrüßte weltmännisch zum Finale die Polit-Prominenz wie Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Neue Abseitsregel verwirrt

Für Gesprächsstoff sorgte bei der "Mini-WM" in Deutschland auch die Neuinterpretation der Abseitsregel. Blatter kommentierte launig: "Die Fans wurden ins Bad geworfen, ohne die Temperatur des Wassers zu kennen."Ähnlich erging es aber offenbar auch den Trainern und Spielern, die zunächst mit Unverständnis und Entrüstung reagierten.

Beckenbauer regte noch eine Verfeinerung der Auslegung an, damit Stürmer und Assistent nicht 40 Meter einem Ball hinterherspurten müssen, ehe der Assistent die Fahne heben darf. Inzwischen haben sich Schiedsrichter und Akteure auf die neue Auslegung schon eingestellt. Auch diese wird bei der WM 2006 somit voraussichtlich kein Problem mehr darstellen.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%