FC Bayern
Ballack, der Unverzichtbare

Häme und Schadenfreude finden in der Welt des Giovanni Trapattoni keinen Platz. Der letzte große Kavalier der Branche dachte nicht daran, sich nach seiner Rückkehr nach München ausgiebig über das 2:1 zu freuen, mit dem sein neuer Verein, der VfB Stuttgart, seinem alten, dem FC Bayern, die Pflichtspiel-Premiere in der Allianz-Arena verdorben hatte.

MÜNCHEN. Mit bescheidender Geste bedankte er sich für den netten Empfang. Natürlich wusste er, dass der Sieg über die Münchner eine aus sportlicher Sicht eher belanglose Fußnote der Stadiongeschichte bleiben wird. Sein Kollege Felix Magath hatte auf seinen wichtigsten Mann verzichtet: Michael Ballack. Der Nationalspieler wurde, wie gestern bekannt wurde, nach 2002 und 2003 zum dritten Mal zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt. Er gewann die Wahl, die das Fachmagazin „kicker“ unter 1012 deutschen Sportjournalisten durchführte, deutlich.

Die Münchner erhielten am Dienstag einen Eindruck, wie ein ballackloser FC Bayern aussehen könnte. Bis 2006 läuft sein Vertrag, und mit 28 steht Ballack vor der Entscheidung, ob er seine Schaffensphase irgendwann in München beenden oder seinen Lebenslauf um ein ausländisches Abenteuer erweitern möchte. Während der Asienreise in den nächsten Tagen werden erste konkrete Gespräche geführt. „Ich bin nicht so überzeugt, dass die Entscheidung schon in Tokio fällt“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug.

Für Ballacks Verbleib müssten die Bayern in neue Dimensionen der Bezahlung vorstoßen: Da Ballack im nächsten Jahr ablösefrei wäre, könnten ihm Interessenten wie Madrid oder Manchester die entfallende Transferentschädigung als Handgeld auszahlen. Um ein solches, wenn auch geringeres, werden auch die Bayern nicht herumkommen – die Rede ist von zehn Millionen Euro. Außerdem müssten sie seine Bezüge, derzeit rund 4,5 Millionen Euro im Jahr, wohl um weitere zwei Millionen aufstocken. Selbst für die hochprofitable FC Bayern AG wäre das eine Menge Geld, doch die Frage, ob sie sich Ballack weiter leisten kann, stellt sich angesichts der regelmäßigen Hinweise auf die eigenen Festgeldreserven kaum. Drängender ist die Frage: Können es sich die Bayern leisten, Ballack gehen zu lassen?

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