FC Bayern
Der Fußballprofessor sucht den Maulwurf

Interna ausgeplaudert, Aufstellungen verraten: Pep Guardiola ist auf der Suche nach dem Maulwurf bei den Bayern. Fußball-Maulwürfe gibt es schon seit Jahrzehnten – die Motive sind meist egoistischer Natur.
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DüsseldorfDer FC Bayern stellt die Maulwurf-Fallen auf: Trainer Pep Guardiola ist stinksauer, schon zum wiederholten Male kamen Interna via Presse an die Öffentlichkeit, zuletzt ausgerechnet die Aufstellung vor dem Spitzenspiel in Dortmund. Guardiola will den Spieler rauswerfen – gesetzt dem Fall, er erwischt ihn auch.

Denn mit den Maulwürfen ist das so eine Sache, dass sie nur kurz auftauchen aus ihrem Erdloch, ihrem Informanten etwas ins Ohr flüstern und dann wieder zurück in ihre Höhle krabbeln. Journalisten geben ihre Quellen nicht preis, wenn sie das nicht wollen. Und die Maulwürfe selbst sind meist geschickt genug, sich nicht erwischen zu lassen.

Schon bei Barcelona hatte Guardiola ein Problem mit einem Maulwurf. Ausgerechnet vor dem letzten Saisonspiel gegen den Erzrivalen Real Madrid kam die neue Aufstellung heraus. Real-Trainer José Mourinho hatte genug Zeit, sich darauf einzustellen. Und gewann, 2:1. Die Meisterschaft war futsch für Barca, wenige Wochen später verließ Guardiola den Club, ging ins Sabbatjahr – und hat nach nur wenigen Monaten beim neuen Club die alten Probleme.

Guardiola, der Fußballprofessor, ist besessen von seinem Fach, tüftelt lange an Aufstellungen, neuen Spielzügen und Ideen. Er lässt das Abschlusstraining im Geheimen austragen, ohne Zutritt der Öffentlichkeit. Wenn dann das Ergebnis dieser harten Arbeit zu früh ans Licht kommt, wurmt ihn das.

Doch ist das Phänomen des Maulwurfs kein neues. Schon Sepp Herberger suchte lange Zeit denjenigen, der die Aufstellung im Vorrunden-Spiel gegen Ungarn bei der WM 1954 verriet: Es gab eine deutliche Klatsche für die deutsche B-Elf. Geständig war niemand, auch wenn Herberger wohl einen starken Verdacht hegte. Auch Lothar Matthäus hatte lange Zeit das Image inne, gegenüber Journalisten eher zu viel als zu wenig auszuplaudern.

Die Boulevardmedien, allen voran die Bild, haben meist gute Kontakte zu den Spielern und ihrem Umfeld – seien es Familienmitglieder oder Spielerberater. Während einer WM oder EM steht die geheime Aufstellung meist schon morgens in der Presse. Überraschung für den Gegner? Fehlanzeige. Auch während der EM 2012 in Polen und der Ukraine kam das in der deutschen Nationalmannschaft vor.

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Was würde ein Maulwurf über seine Beweggründe erzählen?

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  • Pep soll doch die Amerikaner fragen.

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