FC Bayern im DFB-Pokal Spott und Empörung über die Schwalbe von Vidal

Der FC Bayern steht wie erwartet im Finale des DFB-Pokals. Thema des Abends war jedoch die Schwalbe des Mittelfeldstars Arturo Vidal. Schiedsrichter und Bayern entschuldigten sich. Internetnutzer verhöhnen den Spieler.
Update: 20.04.2016 - 10:34 Uhr
  • dpa
Schiedsrichter Tobias Stieler entscheidet auf Elfmeter. Zu Unrecht. Vidal war gar nicht gefoult worden. Quelle: AP
Vidal am Boden

Schiedsrichter Tobias Stieler entscheidet auf Elfmeter. Zu Unrecht. Vidal war gar nicht gefoult worden.

(Foto: AP)

MünchenSchiedsrichter Tobias Stieler hat nach dem Erfolg des FC Bayern im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Werder Bremen eine „Fehlentscheidung“ beim Elfmetertreffer zum 2:0-Endstand eingeräumt. Der Pfiff zum Strafstoß sei falsch gewesen, sagte der Referee aus Hamburg am Dienstagabend nach Ansicht der TV-Bilder.

„Es tut mir leid.“ Nach einem Zweikampf zwischen Janek Sternberg und Arturo Vidal hatte Stieler auf Elfmeter für den deutschen Fußball-Rekordchampion entschieden. „Das geht so schnell und ich stand so gut. Ich habe einen Kontakt gesehen, aber es war keiner“, urteilte Stieler. Das Spiel sei ein bisschen überschattet von dieser Szene, wenngleich sie nicht spielentscheidend gewesen sei, führte der 34-Jährige aus.

Auch die Münchner redeten nicht lange um die Szene in der Schlussphase herum. „Es war eine Schwalbe“, sagte Doppeltorschütze Thomas Müller (30./71.). „Der Elfmeter war kein Elfmeter. Ich mag es nicht, so das zweite Tor zu schießen“, erklärte Trainer Pep Guardiola.

So spottet das Netz über die Schwalbe von Arturo Vidal

Werder-Coach Viktor Skripnik hielt sich öffentlich bei der Einschätzung der Szene zurück. „Über Schiedsrichter-Entscheidungen mache ich keine Worte, das bringt nichts“, sagte der Ukrainer nur. Nachträgliche Ermittlungen oder Strafen des DFB muss Vidal nicht fürchten. Der Schiedsrichter hat die Szene gesehen, es handelt sich um eine klare Tatsachenentscheidung.

Am 21. Mai peilen die Bayern in der Hauptstadt in ihrem 21. Pokalfinale den 18. Cupsieg an. Den Gegner ermitteln heute im Olympiastadion Hertha BSC und Borussia Dortmund. Es könnte das letzte Spiel von Guardiola auf der Bayern-Bank sein. Es sei denn, dem Katalanen gelingt mit dem Münchner Starensemble in den Halbfinalspielen gegen Atlético Madrid auch der Einzug in das noch größere Endspiel in der Champions League am 28. Mai in Mailand.

Am Dienstagabend waren die Münchner Triple-Jäger aber erst einmal erleichtert, der Favoritenrolle gegen mutige Bremer gerecht geworden zu sein. „Es war eine harte Nuss”, gestand Kapitän Philipp Lahm. Die Bayern brillierten nicht, aber ihre individuelle Klasse gab vor den 75 000 Zuschauern den Ausschlag, diesmal in Person von Thomas Müller.

Die Bremer wurden von ihren 8000 mitgereisten Fans trotz des verpassten Finaleinzugs mit Applaus bedacht. Die 90 Pokalminuten kosteten nur drei Trage vor dem enorm wichtigen Nord-Derby am Freitagabend um Bundesligapunkte beim Hamburger SV viel Kraft. „Aber in Hamburg werden wir nochmal alles reinhauen”, kündigte Mittelfeldspieler Fin Bartels an.

Rekordsieger im DFB-Pokal

Bilanz Bayern - Bremen

Kader FC Bayern

Kader Werder Bremen

Daten zum Spiel

Die Pokal-Trophäe

„Dreisteste Schwalbe des Jahres“
Kicker.de
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„[Schiedsrichter] Stieler fällt auf Vidal rein“ urteilt das Sportmagazin in seiner Spielanalyse. „Müller war das egal, er setzte das Leder zum 2:0 in die Maschen (71.). Pech für die Bremer, die in ihrer besten Phase den entscheidenden Nackenschlag einstecken mussten.“

Bild.de
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Unter der „dreistesten Schwalbe des Jahres“ macht man es bei der Online-Ausgabe des Boulevardblattes nicht. Und fährt empört fort: „Vidal ging grinsend aus dem Stadion“. „Die gute Laune war ob des Final-Einzugs auch durchaus berechtigt. Zum Lachen war den Bremern allerdings gar nicht zu Mute...“.

11Freunde
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Beim Fußballmagazin „11Freunde“ vermeldet man gar schon eine Wachablösung innerhalb des Bayern-Kaders: „Robben entthront: Vidal neuer Schwalbenkönig“. Wer Schüler und wer Meister ist in München, wird dann aber doch noch klargestellt: „Bayern gewinnt 2:0 – auch weil Arturo Vidal vor dem Spiel ein paar Flugstunden bei Arjen Robben nahm.“

Sueddeutsche.de
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„Der Fall des Arturo Vidal“ beschäftigt auch die Süddeutsche Zeitung. „Der Chilene hebt ab, holt einen Elfmeter raus und sorgt so für das 2:0 im Halbfinale des DFB-Pokals. Thomas Müller versucht, die Fair-Play-Seele des FC Bayern zu retten.“ Immerhin schafft es der Chilene aus dem Stadion „ohne hinzufallen“.

Zeit.de
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Unter der Überschrift „Air Vidal und der Bayernbonus“ widmet sich Zeit.de einem Phänomen, zu dem just am Tag des Pokalspiels eine Studie erschien, die bestätigte, was alle schon wussten. „Forscher wollen erstmals bewiesen haben, dass der FC Bayern von den Schiedsrichtern bevorteilt wird. Flugkönig Vidal scheint die Studie schon vorher gekannt zu haben.“

Schiedsrichter Tobias Stieler
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Der Schiedsrichter entschuldigte sich nach Sichtung der TV-Bilder für seine, in eigenen Worten, „Fehlentscheidung“. „Das geht so schnell und ich stand so gut. Ich habe einen Kontakt gesehen, aber es war keiner“, urteilte Stieler. Und ergänzte: „Es tut mir leid.“

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