FC Bayern München Hacker im Stadion

Die Digitalisierung macht vor kaum einer Branche halt – auch nicht vor dem Profifußball. Der FC Bayern München versucht, sich auch in diesem Bereich als Innovator der Liga zu positionieren. Dabei helfen nun 230 Hacker.
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Der FC Bayern München richtet in seinem Stadion einen Technologiewettbewerb aus – dort sollen die Ergebnisse auch Anwendung finden. Quelle: dpa
Allianz Arena

Der FC Bayern München richtet in seinem Stadion einen Technologiewettbewerb aus – dort sollen die Ergebnisse auch Anwendung finden.

(Foto: dpa)

MünchenKurz, aber herzlich grüßt der Mittelstürmer. „Congrats“, sagt Robert Lewandowski und fordert auf, gemeinsam Neues zu schaffen: „Let‘s create something new together.“ Sein Schlusswort: „Pack ma‘s.“ Mit diesem Video, einer Mischung aus Globalisten-Sprache und bayerischem Selbstbewusstsein, werden 230 Digitalexperten vom Fußballrekordmeister FC Bayern München auf ein besonderes Spektakel eingestimmt: auf die ersten „Hack Days“ des Klubs. Dort sollen die eingeladenen Spezialisten von Freitag an in 72 Stunden allerlei innovative Lösungen für die digitale Welt finden.

Mit dem Event werde der FC Bayern, „eine emotionale Marke mit großer Anziehungskraft“, den Fans eine besondere Form bieten, „Anteil an ihrem Verein zu nehmen und mit uns an der Zukunft des FC Bayern zu arbeiten“, sagt Stefan Mennerich, Direktor Neue Medien, Medienrechte und IT. Kandidaten aus Asien hatten in ihrem Bewerbungsschreiben angegeben, extra um zwei Uhr nachts aufzustehen, um ein Live-Spiel der Bayern zu sehen.

Solche Hackathons sind seit Jahren gang und gäbe in der Industrie. Langsam halten sie auch in den Hochleistungssport Einzug. Beim Münchener Wettbewerb fallen jedoch Umfang, Anspruch und Ambition auf. Insgesamt gingen mehr als 1 300 Bewerbungen ein. Die ausgewählten Teilnehmer kommen aus 40 Ländern, oft aus dem Umfeld bedeutender Universitäten. Etliche Experten, etwa von Google, halten Referate, das Innovationszentrum der TU München organisiert mit. Und das Ganze ist mit dem Digitalkongress DLD verknüpft.

In sieben Einzelkategorien treten die Teams an. Sechs davon werden von den Partnerfirmen Telekom, Adidas, Audi, SAP, Siemens und DHL betreut, um eine kümmert sich der Gastgeber selbst. Eine Hoffnung ist, direkt am Sonntag Anwendungen für Handys rund um das Bundesligaspiel der Bayern gegen Werder Bremen in der Allianz-Arena zu testen. Die „Hack Days“ finden dort statt.

Mennerich und Projektleiter Benjamin Stoll hatten vor zwei Jahren auf einer Reise durch die USA Geschmack an dem Thema gefunden. Dort haben etwa die Profiligen von Basketball und American Football mit den Hackathons gute Erfahrungen gemacht, etwa rund um Datenanalysen. Im Fußball debütierte Manchester City 2016 mit solchen Projekten; 2017 entwickelte man im Kampf 57 Kreativer ein smartes Armband, das Fans mit einer Stadt-App verbindet. In Deutschland wagte sich der FC Schalke 04 im Frühjahr 2017 an einen allerdings kleinen Hackathon.

Als Gewinn winkt beim FC Bayern kein üppiges Preisgeld, sondern eine Reise zu einem Auswärtsspiel in der Champions League. „Wenn wir so etwas machen, dann soll es kein Marketinggag sein“, so Manager Mennerich. Es handele sich um ein „offenes Entdeckungsverfahren“, dem FC Bayern sei „wichtig, sich für ein besonderes Eco-System ganz zu öffnen“. Und, wer weiß: Vielleicht steigt der Klub, so wie Schalke oder VfL Wolfsburg, auch mal in den E-Sport ein. Darüber wird intern seit einem Jahr diskutiert.

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