FC Bayern München
Ihr Auftritt, Josep Guardiola!

Was schenkt man dem Verein, der alles hat? Den erfolgreichsten Vereinstrainer der jüngeren Vergangenheit. Das macht die Erwartungen an Pep Guardiola nicht kleiner. Es spricht jedoch einiges für den Erfolg des Spaniers.
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DüsseldorfJupp Heynckes flog für einen Moment durch den Londoner Nachthimmel. Die Spieler des FC Bayern München ließen ihn hochleben, fingen ihn aber glücklicherweise auch wieder auf. Eine symbolträchtige Szene. Als Jupp Heynckes vor der vergangenen Saison den Verein übernahm, galt es, das schwere Erbe des erfolgreichen, aber letztlich unbeliebten Louis van Gaal anzutreten. Konnte der große ältere Herr des deutschen Fußballs beim größten deutschen Fußballverein im Herbst der Karriere noch etwas bewegen? Heute lautet die Antwort: aber ja. 2011 lautete sie gemeinhin: vielleicht. Die Spieler haben nach einer Saison Eingewöhnungszeit begriffen, was er von ihnen wollte. Und im Kollektiv hat sich der FC Bayern dafür belohnt.

„Pep Guardiola gefällt das nicht.“ Diese Aussage kursierte in den Sozialen Netzwerken, als die Bayern in Führung gingen. Und als sie gewonnen hatten. Warum eigentlich? „Die Erwartungshaltung ist natürlich sehr groß. Jeder denkt: Wenn der Guardiola kommt, wird alles besser. Sicher, es gibt immer etwas zu verbessern, zum Beispiel in der Raumaufteilung. Aber es ist schwer, noch mal etwas draufzusetzen“, sagte zum Beispiel Franz Beckenbauer vor einiger Zeit. Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß sprach von einer riesigen Erwartungshaltung. Druck, so lautet das Stichwort.

Natürlich klangen nie ernsthafte Zweifel an der Verpflichtung des spanischen Ausnahmetrainers durch. Es würde auch nicht zum FC Bayern München passen, etwas anzuzweifeln, was man mit viel Ruhe und langer Entscheidungsfindung durchgesetzt hat. Aber die öffentliche Meinung, die Einschätzung von Medien und Experten verlagerte sich, je mehr Erfolg Jupp Heynckes hatte, immer weiter in die Richtung: Warum wurde nicht mit „Don Jupp“ verlängert? Kann Guardiola die Standards halten?

Richtig ist, dass Josep Guardiola mit mehreren Hypotheken umzugehen hat. 263 Spiele hat er in elf Jahren als Aktiver für den FC Barcelona bestritten. Dazu noch nicht weiter nennenswerte Gastspiele in Italien, Katar und Mexiko. Dann hat er, als bisher einzige Trainerstation, erst die B-Mannschaft des FC Barcelona, dann von 2008 bis 2012 die Profis der Katalanen gecoacht – und damit das dominanteste Vereinsteam der jüngeren Fußballgeschichte. Dass er außerhalb dieses Systems funktioniert, muss er noch beweisen. Das musste unter anderem Jürgen Klopp vor seinem Wechsel zu Dortmund auch.

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  • Bayern München ist und bleibt letztendlich der spießige, miefige Verein, der er immer war und der nach dem Prinzip handelt, seht mal her, was wir uns leisten können. Eben der typische Parvenü.

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