FC Bayern München
Kabarett mit Klinsmann

Im Grunde ist der FC Bayern eben doch allerbestes Polt-Theater, obwohl der bayerische Kabarettist doch inständig betont, dass er mit Fußball so gar nix am Hut habe. Auch unter dem neuen Trainer wird beim FC Bayern gleich viel gestritten und gelacht - Details des künftigen Arbeitstags vorgestellt.

MÜNCHEN. Die erste Pressekonferenz des neuen, so Uli Hoeneß, "Spiritus Rector" der Münchner, Jürgen Klinsmann, hätte Gerhard Polt dann doch gut gefallen. Zu Beginn wurde auf dem Podium in der Allianz Arena viel gelächelt und gestrahlt, neben Klinsmann saßen die Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Hoeneß. Aber als die Fotografen ihre Warnung wahrmachten, dass sie Klinsmanns Forderung, nur die ersten drei Minuten fotografieren zu dürfen, nicht akzeptieren würden, war der erste Fauxpas in der noch jungen Geschichte des Bayern-Trainers Klinsmann perfekt - an Tag drei seiner Amtszeit. "Dann gibt's halt keine Bilder" polterte ein Fotograf sichtlich missgestimmt und die Kollegenschaft zog mit lautem Gegrummel ab. Hoeneß Kopf färbte sich noch eine Rotstufe dunkler, es war ihm sichtlich unangenehm.

Viel wurde ja gemutmaßt seit Klinsmanns Präsentation im Januar. Wie sehr der Schwabe den Verein umstülpen dürfe nach seinem Gusto, aber mit einem so frohen Zusammenprall der divergierenden Welten "Klinsmann" und "Öffentlichkeit", hatte dann doch keiner gerechnet. Da half dann auch der "positive Energiefluss" nichts, für den die zwei sandfarbenen Buddha-Statuen auf der Dachterrasse des neuen Leistungszentrums an der Säbener Straße sorgen sollen, die an den ersten sonnenüberfluteten Trainingstagen die Aufmerksamkeit der Reporter fanden. "Die Buddhas sind die Inspiration unseres Bauleiters", erklärte Klinsmann und dozierte dann stolz über das "Profihaus", das die Bayern-Spieler ab der neuen Saison für einen arbeiterüblichen Acht-Stunden-Tag beherbergen soll (siehe Kasten). "Ich will jeden Tag jeden Spieler besser machen", wiederholte Klinsmann sein Credo. Denn er weiß auch: "Die Erwartungshaltung beim FC Bayern ist die größte, die man haben kann. Der Maßstab sind die zwei Titel und dass wir in der Champions League bis zum Ende dabei bleiben. Und dieser Vorgabe stelle ich mich."

Der FC Bayern ist ein Klub, der es wie kein anderer Bundesligist versteht, sich immer wieder neu zu erfinden. Auch das Servicecenter gleich nebenan, mit dem der Fanartikel-Vertrieb in alle Welt beschleunigt werden soll, ist gerade erst eingeweiht worden, es ist das mit Abstand größte Gebäude am Platz - vor Profihaus, Geschäftsstelle und Fußballinternat. Der FC Bayern ist - mit 225 Millionen Umsatz - vor allem auch ein Wirtschaftsunternehmen.

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