FC Bayern München
Karneval in München

Lukas Podolski besteht auf einen Wechsel im Winter - und offenbart damit eine schwelende Führungskrise beim FC Bayern. Auch Toni Kroos ist unzufrieden mit der Reservistenrolle, Zé Roberto beklagt dagegen zu intensives Training.

MÜNCHEN. Uli Hoeneß hat vergangenes Wochenende versucht, den anhaltenden Personaldiskussionen beim FC Bayern München Einhalt zu gebieten. Dabei hat der Manager des Rekordmeisters in die Behauptung, man werde den Kader in dieser Spielzeit nicht weiter verstärken, jedoch einen Nebensatz eingeflochten, den Lukas Podolski günstig für sich ausgelegt hat. Hoeneß hatte sein Verdikt mit dem Hinweis eingeschränkt, dass wir aus "heutiger Sicht keinen mehr abgeben oder holen wollen", woraufhin der Nationalstürmer auf der Bayernbank schloss, dass "aus heutiger Sicht" bedeutet, es darf am nächsten Morgen ganz anders sein. Umgehend kontaktierte er das Transferbeschleuniger-Medium "Bild" und ließ gestern in der Republik verkünden, er habe "eine Entscheidung getroffen, dass ich den Verein im Winter verlassen möchte." Das habe er "den Verantwortlichen mitgeteilt".

Es gibt nun kein Zurück mehr, zu Ende gegangen ist gestern das Dramolett vom traurigen Prinz Poldi an der Isar, der nach zwei Jahren auf der Ersatzbank-Pritsche zurück möchte an den heimischen Rhein zum 1. FC Köln - auch wenn die Formalitäten noch ausstehen. Die Frage, ob Podolski bleibt, stellt sich am Tag des Champions-League-Spiels gegen Steaua Bukarest in der Allianz-Arena nicht mehr, es bleibt lediglich abzuwarten, bis wann die Kölner die kolportierten zehn Millionen Euro Ablösesumme aufgebracht haben.

So es denn bei zehn Millionen Euro bleibt. Gut möglich ist, dass Hoeneß den erlittenen Autoritätsverlust in die Waagschale werfen wird zusammen mit den eventuellen Kosten für die Behandlung seiner Magenschmerzen, die ihm sein Klub gerade bereitet. Wann hat es das zuletzt gegeben, dass der von ihm sonst so souverän geführte Verein das Bild eines Schüler-Chemielabors abgibt, in dem der Lehrer (Trainer Jürgen Klinsmann) mit solch atemraubender Geschwindigkeit an immer neuen Materialfusionen werkelt, dass seine Alumni körperlich und gedanklich nicht mehr Schritt halten können und so mancher das Klassenzimmer gern fliehen möchte? So irritierte Klinsmann seine drei Stürmer, genauer gesagt den Klose-Toni-Herausforderer Podolski, unlängst mit der Dreimonatsleihgabe aus der Major League Soccer, Landon Donovan. In Klinsmanns Augen ist der 26-Jährige "der Ausnahmespieler Nordamerikas inklusive Mexiko, unglaublich schnell" was - hóper édei déixai - allerdings noch zu beweisen ist. Wenn überhaupt wird sich Donovan hierzulande eher als an Heimweh kränkelnder Leverkusen-Profi erinnert.

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