FC Bayern statt viel Geld
Wie sich Uli Hoeneß Pep Guardiola angelte

Ein hochdekorierter Trainer, ein Spitzenmanager und der vermeintlich beste Klub der Welt: Die Lovestory zwischen Guardiola und den Bayern begann im Stillen. Federführend war der Manager, der heute hinter Gittern sitzt.
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DüsseldorfJosep Guardiola ist einer der besten Fußballtrainer der Welt, vielleicht sogar der Beste. Mit dem Barcelona hat er so gut wie alles gewonnen. Und das in Rekordzeit. So einer kann überall hingehen und steinreich werden. Doch so ist Pep, wie ihn alle nennen, nicht gestrickt. Er entschied sich für den FC Bayern München – und gegen das ganz große Geld in England. Und das kam so.

Die Liebesgeschichte zwischen den Bayern und ihrem Trainer begann bereits vor Jahren, genau am 26. Juli 2011, wie Guardiola-Biograph Dietrich Schulze-Marmeling weiß. Da war Guardiola noch Trainer von Barca, aber bereits ein wenig amtsmüde. Gar zu stressig war es, die beste Fußballmannschaft der Welt wöchentlich auf Topniveau zu halten und sich außerdem noch gegen den bissigen Rivalen Real Madrid zu wehren.

In München weilte er damals, weil die Bayern ein kleines Turnier als Vorbereitung für die neue Saison veranstalteten. Guardiola nutzte den Aufenthalt, um sich morgens die Anlagen der Bayern anzusehen. Abends saß er dann – wie zufällig – zwischen zwei Spielen im VIP-Raum der Bayern. Auch die beiden Bayern-Macher Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß waren da.

Klar, dass sie dem prominenten Gast die Hand schüttelten. „Darauf scheint Guardiola nur gewartet zu haben“, schreibt der Schulze-Marmeling in seinem Buch „Guardiola – Der Fußball-Philosoph“. Guardiola bat die beiden um ein Gespräch. Beim Espresso sagte er dann: „Eure Philosophie ist interessant. Ich kann mir vorstellen, irgendwann hier zu trainieren.“

Rummenigge und Hoeneß verschlug es fast den Atem. Da lobte der Trainer der besten Fußballmannschaft der Welt ausgerechnet die Bayern. Jenen Verein also, dessen „Philosophie“ jahrzehntelang darin bestanden hatte, anderen Bundesligavereinen die besten Spieler zu klauen, um daraus ein Spitzenteam zu formen. Nicht sonderlich klug war das, aber effizient.

Diese Geschäftsidee hat national wunderbar funktioniert, nur leider nicht international. Vor allem die Spanier waren den Bayern weit enteilt. Erst nach der WM 2006 hat sich dies langsam geändert. Eine kurze Zeit mit Jürgen Klinsmann, danach mit dem Fußball-General Louis van Gaal. Der verpasste den Bayern die Philosophie: Du musst den Ball besitzen. Was ganz im Sinne von Pep ist.

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„Ich will zu Bayern München“

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„What a good idea“

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  • 'Cruyff fand es übrigens imponierend, dass Pep sich für die Deutschen entschieden habe, obwohl er „irgendwo anders mehr hätte verdienen können“. Dies zeige deutlich, „dass er auf sein Fußballherz gehört hat. Das finde ich gut“. In der Tat ungewöhnlich in einem Geschäft, in dem die Beteiligten in der Regel ihre Einkommensmöglichkeiten ganz cool maximieren.'
    Diese Aussage ist einfach toll und sicher richtig - irgendwie sieht man dem Pep immer an, daß er Freude am Job vor Kohle stellt.

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