FC Bayern verliert 0:4 bei Zenit St. Petersburg
Blamabler Abgang

Bayern Münchens Traum vom historischen Triple ist mit einem bösen Erwachen und der höchsten Europapokal-Pleite seit mehr als 16 Jahren geendet. Nach dem Gewinn des DFB-Pokals und dem praktisch sicheren Erringen des 21. Meistertitels blamierten sich die Münchner im Halbfinal-Rückspiel des Uefa-Cups beim russischen Meister Zenit St. Petersburg mit 0:4 (0:2).

HB ST. PETERSBURG. Nach dem 1:1 vor einer Woche im Hinspiel verpassten die Bayern nach einer über weite Strecken desolaten Leistung damit den zweiten Einzug in ein Uefa-Cup-Finale nach dem Titelgewinn 1996 und das erste Finale eines europäischen Wettbewerbs seit dem Champions-League-Triumph 2001.

Damit wurde die Begegnung in St. Petersburg auch zu einem bitteren Abschied Oliver Kahns von der internationalen Bühne. Der frühere Nationaltorhüter wird nach der Saison seine Karriere beenden. „Es ist besser so auszuscheiden als im Elfmeterschießen“, meinte er und wollte von einem missratenen internationalen Abschied nichts wissen: „Was will ich mehr, als zwei Titel zu holen in meiner letzten Saison.“

Auch für Trainer Ottmar Hitzfeld, der nach der EM die Schweizer Nationalmannschaft übernehmen wird, könnte es das letzte Europacup-Spiel seiner großen Karriere gewesen sein. Entsprechend enttäuscht zeigte sich der Coach: „Wir haben eine katastrophale Leistung gebracht“, urteilte Hitzfeld: „Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen.“ Mit vier Toren Unterschied verloren die Bayern im Europacup erst fünf Mal in ihrer Clubhistorie, zuletzt beim 2:6 beim FC Kopenhagen im Zweitrunden-Spiel des Uefa-Cups am 23. Oktober 1991.

„Wir haben das Finale verpasst. Deswegen können wir uns auch nicht zu den Top-Mannschaften Europas zählen“, meinte anschließend Nationalspieler Philipp Lahm. „Wir müssen uns eigentlich bei den Fans entschuldigen. Das war das schlechteste Spiel, an das ich mich erinnern kann“, ergänzte der dieses Mal glücklose Torjäger Luca Toni.

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge machte aus seiner Enttäuschung ebenfalls keinen Hehl, nahm die Spieler aber auch in Schutz. „Man muss anerkennen, das St. Petersburg ein super Spiel abgeliefert hat. Und man darf nicht vergessen, dass die russische Meisterschaft gerade erst angefangen hat“, meinte er. „Wir sind ein bisschen auf dem Zahnfleisch dahergekommen.“ Man könne die Saison aber erhobenen Hauptes beenden: „Wir haben zwei Titel gewonnen“, sagte Rummenigge, der auch beim mitternächtlichen Bankett moderate Töne anschlug. Am Wochenende kann der Rekordchampion den praktisch nicht mehr zu nehmenden 21. nationalen Titel perfekt machen.

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