FC Bayern vs. Borussia Mönchengladbach
Spitzenreiter liefern sich ein Traditionsduell

Sie spielten vor langer Zeit einmal auf Augenhöhe: Der FC Bayern und Borussia Mönchengladbach brillierten zu Beginn der Bundesligageschichte mit mehreren Meisterschaften. Nun begegnen sich die Klubs zum Spitzenduell.
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Mönchengladbach/ KölnDer Spielplan-Computer der Deutschen Fußball Liga hat es so verfügt, Pep Guardiola hat seine Pflicht erfüllt, Lucien Favre und Max Eberl haben das Wunder vollbracht. Nun kommt es am neunten Spieltag der Bundesliga zu einem Duell, das Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München heißt. Der Tabellenzweite empfängt den Tabellenersten.

Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen, die jene denkwürdigen Duelle der Klubs in den 70ern erlebt haben. Borussia darf für fünf Meisterschaften zwei Sterne auf dem Trikot tragen, Bayern für 23 Titel in der Bundesliga vier. Was vorher oder in der DDR war, zählt nicht. Die Nationalmannschaft trägt einen pro Titel. Wo aber sollten die Bayern mit all den Sternen hin?

Gladbach gegen München, das war 1965 noch eine Begegnung auf Augenhöhe, seit 1972 ist die Paarung eher eine der Art David gegen Goliath. Dabei verband beide Mannschaften zu Beginn der Bundesliga ein herber Schlag: Sie waren 1963 zur Bundesliga nicht zugelassen worden. Stattdessen hatten aus sportpolitischen Gründen der TSV 1860 München, der 1. FC Saarbrücken und Preußen Münster den Vorzug erhalten.

Netzer (Spielmacher) oder Beckenbauer (spielmachender Libero), Vogts (unerbittlicher Außenverteidiger) oder Schwarzenbeck (unerbittlicher Innenverteidiger), Müller oder Heynckes (beide Torjäger), Wimmer („läuft und läuft und läuft“, seinerzeit VW-Reklame für den Käfer) oder „Bulle“ Roth - das waren die Fragen.

Die Bayern waren die ersten, die 1969 Meister wurden. Borussia (altdeutscher Name für „Preußen“), der Meister von 1970 und 1971, war die erste Mannschaft, die ihren Titel in der Bundesliga erfolgreich verteidigte. Die Bayern gewannen 1974, 1975 und 1976 den Europapokal der Landesmeister, die Mönchengladbacher 1975 und 1979 den UEFA-Pokal.

Am besten verdeutlicht die Rivalität der beiden Vereine ein Witz, den Wolfgang Kleff erfunden hat: „Sepp Maier will unbedingt wissen, ob er der Beste ist und fragt jeden Morgen seinen Hund: Wer ist der beste Torwart in Deutschland? Aber der Hund antwortet immer nur: Kleff, Kleff.“

Während die Bayern schon immer den rationalen, ergebnisorientierten, abgebrühten Stil pflegten, der sie auch heute noch von Erfolg zu Erfolg trägt, spielten sich die Borussen wegen ihres ungestümen Angriffsfußballs in die Herzen der Fans. Nicht zufällig entstand damals der Spitzname „Die Fohlen“. Und nicht zufällig wurde die Borussia 1970 erstmals deutscher Meister, weil sie die Innenverteidiger Klaus-Dieter Sieloff (VfB Stuttgart) und Ludwig Müller (1. FC Nürnberg) eingekauft hatte.

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