FCB-Manager mit Anerkennung
Hoeneß zieht den Hut vor Klinsmann und WM-Helden

Zwar waren einigen Bundesliga-Vertretern die Klinsmann´schen Trainingsmethoden vor und während der WM-Phase ein Dorn im Auge, die Leistung wussten aber alle als außerordentlich einzuschätzen: "Chapeau", sagt Uli Hoeneß.

Für das große Ziel vom WM-Triumph mussten die Nationalspieler auch eigenartige Trainingseinheiten auf sich nehmen. Sie reparierten Uhren für den Teamgeist, suchten Entspannung beim Bogenschießen und watschelten mit Gummibändern an den Beinen bis ins Halbfinale der WM. Zwar haben die "amerikanischen" Methoden von Jürgen Klinsmann noch immer nicht jeden Kollegen in der Bundesliga überzeugt, doch in einem Punkt sind sich alle Klub-Vertreter einig: Was das Nationalteam und der Bundestrainer in den vergangenen Wochen geleistet und erreicht haben, so Manager Uli Hoeneß vom deutschen Meister Bayern München stellvertretend, sei aller Ehren wert: "Da sagt man: Chapeau!"

Von den bisherigen sechs Auftritten der Nationalmannschaft beim Heim-Turnier, von ihrer Entwicklung und der beispiellosen Euphorie werden "wir alle, das ganze Land und die Fußball-Nation, noch sehr stark profitieren", so Hoeneß weiter. Und natürlich auch die Bundesliga. Sein Bochumer Amtskollege Stefan Kuntz, beim EM-Triumph 1996 Sturmpartner von Klinsmann, hofft, "dass sich diese Begeisterungsfähigkeit der Mannschaft auf die Bundesliga übertragen lässt."

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, stimmte zu: "Das Halbfinale war mehr, als man ursprünglich erwarten konnte. Jürgen Klinsmann und seine Crew haben besonders im physischen und mentalen Bereich Optimales geleistet." Und es sei gelungen, wie Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt, ergänzt, "ein richtiges Team zu formen".

Auch Magath lobt Klinsmann

Lob gab es auch vom Münchner Meistercoach Felix Magath: "Jürgen Klinsmann hat einen Bombenjob gemacht und die Mannschaft wunderbar eingestellt. Sie hat sich gut verkauft, eine maximale Leistung gezeigt und mehr erreicht, als man ihr vorher zugetraut hat."

Die befragten Bundesliga-Verantwortlichen plädierten zugleich für eine Vertragsverlängerung von Klinsmann. "Die Mannschaft hat eine gute Visitenkarte abgegeben. Man kann sich nur wünschen, dass er weitermacht", meinte Dietmar Beiersdorfer, Sportchef beim Hamburger SV, und Bayern -"Macher" Hoeneß ergänzte: "Es wäre sehr, sehr wichtig für den deutschen Fußball, wenn Klinsmann bei der Stange bliebe."

Klinsmanns Trainings und Motivations-Methoden - von den Klubtrainern oft milde belächelt - haben offenbar ihre Wirkung in der Bundesliga nicht vefehlt. Watzke: "Wir müssten doch mit Blindheit beschlagen sein, wenn wir nicht gesehen hätten, was in den vergangenen Wochen passiert ist." Man werde auch beim BVB die WM "nacharbeiten und analysieren und Einiges übernehmen, aber sicherlich nicht gleich alles umschmeißen". Aber es habe genügend gute Ansätze für die Bundesliga gegeben.

© SID

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