Fifa-Anweisung verwirrt Spieler und Zuschauer
Neue Diskussion um die Abseitsregel

Die veränderte Handhabung der Abseitsregel beim Confederations Cup hat die Fußball-Fans verunsichert. Die Schiedsrichter zogen sich mit ihren vermeintlich verspäteten Entscheidungen immer wieder den Unmut der Zuschauer zu - obwohl sie lediglich eine Anweisung der Fifa in die Praxis umsetzten.

HB HAMBURG. Auch Nationaltorhüter Oliver Kahn übte scharfe Kritik an der neuen Regelauslegung. "Ich dachte, man hat sich Gedanken gemacht, wie das unsägliche passive Abseits abgeschafft wird. Aber das Gegenteil ist der Fall", sagte der 36-Jährige am Donnerstag in Frankfurt. "Ich verstehe nicht, warum man die Regel jetzt noch verkompliziert hat." Die Schiedsrichter-Assistenten wurden vom internationalen Fußball-Verband FIFA angehalten, bei einer Abseitsstellung erst dann die Fahne zu heben, wenn der Spieler den Ball berührt.

"Gravierend ist die Änderung nicht. Es wird nun eben nur gepfiffen, wenn der Ball ankommt und nicht schon, wenn der Ball unterwegs ist", sagte DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel. Dadurch entstand bei den überwiegend noch nicht darüber informierten Zuschauern aber der Eindruck, dass die Abseitsstellung viel zu spät erkannt worden war.

Mit der Anweisung wollte die FIFA eigentlich die leidige Diskussion um das passive Abseits beenden, lieferte aber letztlich neuen Gesprächsstoff. Im Frühjahr hatte die Regelkommission des Weltverbandes FIFA die Auslegung modifiziert, damit die auf den verschiedenen Kontinenten unterschiedlich interpretierte Abseitsregel einheitlich angewandt werden soll. Beim Confederations Cup wird diese nun erstmals in die Praxis umgesetzt.

Man müsse damit rechnen, dass die Verunsicherung noch einige Zeit anhalte, sagte DFB-Schiedsrichter-Referent Klaus Löw, der am Donnerstag bei einer entsprechenden Übung der Assistenten anwesend war. Die Referees an der Seitenlinie sollen die Fahne heben, wenn ein Spieler im Abseits den Ball selbst spielt oder berührt, er einen Gegenspieler daran hindert, den Ball spielen zu können oder wenn er einen Vorteil aus der Abseitsstellung erlangt, indem der Ball vom Pfosten, der Querlatte oder einem gegnerischen Spieler zu ihm prallt.

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