Fifa-Ermittlungen
Wie Schweizer und US-Behörden die Fifa überraschten

Die Fifa hat nichts von den monatelangen Ermittlungen der Schweizer und US-Behörden mitbekommen. Nur so war es möglich die Verdächtigen festzunehmen. Für Fifa-Präsident Sepp Blatter könnte es ebenfalls eng werden.
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BernNach außen drang nichts. Alles blieb geheim. Und das, obwohl viele Menschen zusammenarbeiteten, über Monate hinweg, in zwei weit voneinander entfernten Ländern. Nur so konnten die US- und Schweizer Ermittler am Mittwoch ihre gemeinsamen Aktionen in Zürich starten, die die Fifa in ihren Grundfesten erschütterten. Und einen optimalen Effekt auslösen. Ein kleines Leck hätte wohl alles zerstört. Denn dann hätten die Verdächtigen aus der Schweiz flüchten oder wichtiges Beweismaterial vernichten können.

„Es war eine monatelange Planung“, sagte der Sprecher der Schweizer Staatsanwaltschaft, André Marty, der Nachrichtenagentur AP. „Es war ganz schön schwierig, den besten Moment herauszufinden.“ Am Mittwoch sei dann der Tag gewesen, an dem sowohl die meisten der für die US-Ermittlungen als auch der für die Schweizer Ermittlungen interessanten Leute in der Schweiz gewesen seien - für den Fifa-Kongress am Donnerstag und Freitag in Zürich.

Marty betonte, die Fifa habe über die bevorstehenden Aktionen der Strafverfolgungsbehörden keine Tipps erhalten. So konnten sieben hochrangige Fußballfunktionäre wegen Korruptionsverdachts festgenommen werden. Und in der Fifa-Zentrale in Zürich wurden Daten und Dokumente im Zusammenhang mit der umstrittenen Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar sichergestellt.

Die Abstimmung zwischen den Verhaftungen für das amerikanische Verfahren auf der einen Seite und der Durchsuchung des Fifa-Hauptquartiers in Zürich auf der anderen sei sehr wichtig gewesen, sagte Marty. Die Schweizer Staatsanwaltschaft habe sich zum Handeln entschieden, nachdem die Klage der Fifa durch „ziemlich interessante Bankdokumente“ gestützt worden sei, die die Ermittler in den vergangenen Monaten erhalten hätten.

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