Fifa-Exekutivmitglieder
Diese 22 Männer vergeben die WM-Turniere

Ihre Entscheidungen bewegen Milliardensummen: Wenn in Zürich über die Gastgeber für die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022, dann sind es 22 Fifa-Exekutivmitglieder, die dafür verantwortlich zeichnen. Nicht alle dieser Männer haben einen einwandfreien Ruf. Wer dem Gremium angehört und wer welchen Bewerbern voraussichtlich seine Stimmen geben wird.
  • 0

JOSEPH BLATTER (Präsident)
Blatter hat 35 seiner 74 Lebensjahre in der Fifa verbracht. Seit 1998 ist der Schweizer der Boss. Eine weitere Amtszeit will er noch absolvieren. Bei Abstimmungen über WM-Vergaben enthält er sich normalerweise der Stimme. Auch dieses Mal wird er wohl so verfahren, um es sich mit niemandem zu verscherzen.

JULIO GRONDONA (Senior-Vizepräsident)
Obwohl er nur Spanisch spricht, ist der Argentinier eines der „Schwergewichte“ der Fifa. Grondona ist seit 1988 Mitglied im Exekutivkomitee und steht auch der einflussreichen Wirtschaftskommission vor. An den Ruhestand scheint der 79-Jährige noch lange nicht zu denken. Man sagt, er werde Spanien/Portugal sowie Katar seine Stimme geben.

ISSA HAYATOU (Vizepräsident)
Der 64-jährige Kameruner soll in der aktuellen Korruptionsskandal angeblich das kleinste Licht sein. Im Februar 1995 soll Hayatou von der früheren Fifa-Vermarktungsagentur ISL rund 25 000 Franken kassiert haben. Hayatou ist seit mittlerweile 23 Jahren Präsident der afrikanischen Fußball-Konföderation CAF und war zudem Chef der Organisationskommission für die WM 2010 in Südafrika. Kritik musste Hayatou auch für sein Krisenmanagement beim Africa-Cup 2010 einstecken. Er scheiterte 2002 mit seinem Versuch, Blatter vom Fifa-Thron zu stoßen. Er ist ein Multitalent, war in seiner Heimat Basketball-Nationalspieler, Leichtathlet und Fußballer, aber auch Direktor im Ministerium für Jugend und Sport. Seit 2001 ist er auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Wer seine Stimmen bekommen wird, ist noch völlig unklar.

CHUNG MONG JOON (Vizepräsident)
Der 64-jährige Südkoreaner war unter anderem als Blatter-Nachfolger sowie als Regierungschef seines Landes im Gespräch. In beiden Fällen zog er aber seine Kandidatur zurück. Der Milliardär gehört der Hyundai-Dynastie an, deren Automobil- Abteilung von seinem Bruder geleitet wird und Sponsor der Fifa ist. Für 2022 wird er natürlich Südkorea unterstützen. Bei der ersten Abstimmung für 2018 gibt er möglicherweise England den Vorzug.

JACK WARNER (Vizepräsident)
Der Mann aus Trinidad und Tobago leitet den Concacaf-Verband mit „eiserner Hand“. Zu seinen wichtigsten Alliierten zählt auch Chef Blatter, der ihm ungeachtet mehrerer Korruptionsvorwürfe weiterhin volle Rückendeckung gewährt. Warner ist schon seit 27 Jahren im Fifa-Exekutivkomitee. Er wird für England und die USA votieren.

ÁNGEL MARÍA VILLAR (Vizepräsident)
Der Anwalt und frühere Fußball- Profi ist ein weiteres Schwergewicht. Villar leitet die Schiedsrichterkommission und ist seit 22 Jahren Chef des spanischen Verbandes. Wie Grondona ließ er sich bei seinem Aufstieg nicht von der Tatsache aufhalten, dass er praktisch nur Spanisch spricht. Er wird Spanien/Portugal und Katar seine Stimmen geben.

MICHEL PLATINI (Vizepräsident)
Der 55-jährige UEFA-Präsident war als Fußballer eine Legende. Vor einiger Zeit galt der Franzose als möglicher Nachfolger von Blatter, aber seine Ambitionen sind zuletzt schwächer geworden. Die UEFA hat mit eigenen Korruptionsvorwürfen zu kämpfen, die in Zusammenhang mit der Vergabe der Euro 2012 an die Ukraine und Polen laut geworden sind. Sein Votum ist ungewiss.

GEOFF THOMPSON (Vizepräsident)
Der 65-jährige Engländer machte Karriere, indem er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Mitglied des Exekutivkomitees wurde er 2007, nachdem der Lieblingskandidat der Briten, der Schotte John McBeth, sich mit Warner angelegt hatte und seine Chancen verspielte. Thompson stimmt für England und für die USA.

Seite 1:

Diese 22 Männer vergeben die WM-Turniere

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Fifa-Exekutivmitglieder: Diese 22 Männer vergeben die WM-Turniere"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%