Fifa-Fiasko und das Uefa-Finale
Was die Fußballbosse in Berlin bereden müssen

Das Finale der Champions League ist für Fußball-Funktionäre Pflichtprogramm. Und es ist ideal, um am Spielfeldrand zu reden. Am Samstag in Berlin bietet sich diese Gelegenheit. Acht Probleme müssen die Funktionäre lösen.
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DüsseldorfAngesprochen auf die Blatter-Nachfolge, macht Uefa-Präsident Michel Platini das, was Spieler immer dann machen, wenn sie ein Unentschieden über den Tag retten wollen: Er spielt auf Zeit. Die geplante Sondersitzung der 54 Uefa-Mitglieder für eine gemeinsame Strategie bei der Neuordnung des Fußball-Weltverbandes hat er erstmal abgesagt. Verhindern kann er aber nicht, dass vor dem Champions-League-Finale in Berlin auf den Fluren und in Hinterzimmern in der Hauptstadt dennoch über das Vorgehen nach der Rücktrittsankündigung von Fifa-Chef Joseph Blatter beraten wird. „Da täglich neue Informationen ans Tageslicht kommen, denke ich, dass es klüger ist, sich Zeit zu nehmen, um die Situation besser einzuschätzen, um dann gemeinsam Position zu beziehen”, sagt Platini zur derzeitigen Situation.

Der deutsche DFB-Chef Wolfgang Niersbach gießt dann noch Öl ins Feuer. Er wünsche sich einen gemeinsamen europäischen Kandidaten für die Blatter-Nachfolge, sagt er. Die Personaldiskussion ist also eröffnet. Doch sie ist längst nicht das einzige Problem, mit dem sich die Fußballfunktionäre aus Europa beschäftigen. Schließlich kommen derzeit täglich neue Enthüllungen über dunkle Machenschaften ans Licht. Sie sind Stoff genug, um ins Eingemachte zu gehen. Wir haben die wichtigsten Themen hier zusammengetragen:

1. Kriminelle Strukturen in der Fußballwelt

Den Fußball mit Verbrechen in Verbindung zu bringen, klingt hart. Doch genau dies tun die Vereinigten Staaten. Die US-Behörden ordnen den Fußball-Weltverband Fifa als sogenannte RICO-Organisation ein - als einen „vom organisierten Verbrechen und Korruption beeinflussten" Zusammenschluss. 

Das geht aus dem Protokoll der 2013 geführten Vernehmung des ehemaligen FIFA-Funktionärs und "Whistleblowers" Chuck Blazer hervor. Grund für die Einordnung sind die Anklagepunkte, laut denen bei verschiedenen Gelegenheiten mit krimineller Energie Geld geflossen sein soll. Das würde die Fifa als RICO-Organisation identifizieren. 

Hintergrund ist ein 1970 in den USA erlassenes Gesetz (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), das als Rechtsgrundlage zur Bekämpfung von kriminellen Vereinigungen dient. Die US-Behörden haben im Zuge des Fifa-Skandals 14 Personen angeklagt, darunter neun Fifa-Offizielle. Sieben sitzen in der Schweiz in Auslieferungshaft.

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