Fifa
Filmreife Razzia gegen Fußball-Funktionäre

In bester Lage am Zürichsee liegt das Luxushotel Baur au Lac. Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres werden dort führende Fifa-Funktionäre festgenommen. Die Szenen im Morgengrauen sind filmreif.

ZürichMit hohem Tempo fährt die schwarze Limousine aus der Zufahrt des Nobelhotels Baur au Lac auf die enge Straße Richtung Zürichsee. Mit einem großen gelben Blatt versucht der Beifahrer, die Insassen vor den Kameras abzuschirmen. Blitzlichter flackern im noch winterlich dunklen Morgen auf.

Auch am Hintereingang, der über eine kleine Brücke zum Hotel führt, stehen Reporter. Im Eilschritt verlassen um kurz nach sechs Uhr mehrere Männer mit ihren Rollkoffern das Hotel. „No Photos“, erschallt der Ruf eines Wachmannes. Schon sind die Männer in der Dunkelheit verschwunden.

Wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Reformsitzung des Fifa-Exekutivkomitees in der Zentrale des Fußball-Weltverbandes ist wieder das Hotel der Funktionäre zum Schauplatz einer krimireifen Polizeiaktion geworden. Wie schon im Mai, als zwei Tage vor dem Wahlkongress gleich sieben Fifa-Männer abgeführt wurden - damals abgeschirmt hinter weißen Bettlaken, diesmal hinter dunkel getönten Scheiben.

Schnell sickert durch: Diesmal sind es zwei Top-Offizielle, die von der US-Justiz der Korruption verdächtigt werden und von den Schweizer Behörden in Auslieferungshaft genommen wurden. Es sind wieder Funktionäre aus Südamerika und Mittelamerika.

Fifa-Kreise bestätigten, dass Alfredo Hawit aus Honduras und Juan Ángel Napout aus Paraguay zu den Verhafteten zählen. Beide übernahmen erst vor Kurzem ihre Posten - ihre Vorgänger Eugenio Figueredo aus Uruguay und Jeffrey Webb waren im Mai unter den Festgenommenen. Hawit ist Präsident des Regionalverbandes Nord-, Zentralamerikas und der Karibik, Concacaf. Napout präsidiert die Konföderation Südamerikas, Conmebol.

Von den sieben im Frühjahr verhafteten Fußballfunktionären sind zwei bereits den USA überstellt worden: Jeffrey Webb und José Maria Marin. Die anderen fünf sitzen weiter ein und kämpfen vor Gericht dagegen, der US-Justiz überstellt zu werden.

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