Fifa: „Nicht die Originale“
Die unglaubliche Geschichte der WM-Lose

Es klang wie ein Märchen aus 1000 und einer Nacht: Die kleinen orangefarbenen Papierstreifen mit den Namen der Teilnehmerländer, die der 31-jährige Magdeburger Matthias Blume nach der Gruppenauslosung in Leipzig im WM-Müll fand, erwiesen sich schnell wertvoller Fund: Im Internetauktionshaus Ebay als "Original-Lose" angeboten, fanden sich schnell Interessenten, die gebotenen Summen für die 31 im Angebot befindlichen Lose kletterten bis Donnerstagabend weit über 60 000 Euro. Allein für das Los "Germany" waren rund 56 000 Euro aufgerufen worden. Doch nun die Geschichte nimmt eine ebenso überraschende wie dramatische Wende.

MAGDEBURG. Wie der Weltfußballverband Fifa mitteilte, sind die von Blume angebotenen Zettel entgegen dessen eigenen Angaben nicht die Originallose der Auslosung vom 9. Dezember in Leipzig. "Es handelt sich nicht um die Originalzettel, sondern um einen Satz von Losen, die bei einem Probelauf eingesetzt wurden", sagte Fifa-Sprecher Andreas Herren.

Und nicht nur das. Der für seine rigiden Vorschriften und stets um seine Markenrechte besorgte Weltfußballverband will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. "Wir haben Rechtsmittel gegen diese Auktion eingelegt", sagte Herren am Freitag. Neben dem Plagiatsvorwurf sehe der Weltfußballverband seine Urheberrechte in Gefahr, "da der Anbieter mit geschützten Marken der Fifa wirbt".

» Grafik: Die alte Beschreibung der ursprünglichen, geschlossenen Auktion

 Link zu Ebay: Die alte, geschlossene Auktion

Blume reagierte zunächst gelassen auf die Androhung des Weltverbandes und kündigte an, die Versteigerung fortzusetzen. Doch dann bekam der Dekorateur, der nach eigenen Angaben eine Braunschweiger Anwaltskanzlei beauftragt hat, ihn in der Sache zu vertreten, offenbar doch kalte Füße. "Aufgrund des hohen Presserummels um die WM Lose, sah ich mich gezwungen alle Gebote zu streichen und die Auktion neu bei Ebay zu starten", heißt es nun auf seinen Angebotsseiten. Neu eingestellt ist seit Donnerstagabend 21.58 Uhr nur noch das Los mit der Aufschrift "Germany", für das aber am Freitagmorgen immerhin schon wieder mehr als 14 500 Euro geboten wurden. Allerdings können Interessenten dieses Mal nur noch im direkten Mailverkehr mit Blume bieten. Bei Ebay ist die Auktion gesperrt. Dies sei notwendig geworden, weil "zu viele Spaßbieter meine Auktion schädigen". Die restlichen 30 Lose werde er zu einem späteren Zeitpunkt einstellen, kündigt Blume an. Portugal taucht bei seinen Ebay-Geboten übrigens nicht auf. Dafür, berichtete Blume bereits vor der jüngsten Wendung des Falles, fand sich schon vorher ein Käufer, der aber nicht genannt werden möchte.

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