Fifa-Skandal
Ermittler sind scharf auf Valckes Mailverkehr

Für Jérôme Valcke wird die Luft immer enger. Noch hält die Fifa wichtige Mails des geschassten Fifa-Generalsekretärs unter Verschluss, doch die Ermittler drängen nun auf die Freigabe. Die Vorwürfe reißen nicht ab.

ZürichDie Schweizer Bundesanwaltschaft will die Vorwürfe um den geschassten Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke untersuchen. Dazu wollen die Ermittler den Email-Verkehr Valckes analysieren. „Wir wollen die Entsieglung des Mailverkehrs von Herrn Valcke“, erklärte der Sprecher der Schweizer Bundesanwaltschaft, André Marty, gegenüber der Agentur AP. Derzeit seien die Dokumente von der Fifa gesperrt. Die Anfrage zur Freigabe sei bei der Fifa platziert.
Laut Fifa-Kreisen sollen die Ermittler die Mails bekommen, die Freigabe müsse intern von den eigenen Rechtsberatern bearbeitet werden, das brauche etwas Zeit. Offiziell heißt es dazu von der Fifa: „Wie wiederholt erklärt, kooperieren wir mit den Behörden.“

Laut Marty sei bisher noch kein Ermittlungsverfahren gegen Valcke eröffnet worden. Die Bundesanwaltschaft würde abklären wollen, ob an den Vorwürfen etwas dran sei.
Vergangenen Donnerstag wurde Valcke mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Zuvor hatten Vertreter der Sportrechte Agentur JB Sports den Vorwurf erhoben, Valcke habe bei der Vermarktung von WM Tickets sich persönlich bereichern wollen. Demnach habe der Ex-Generalsekretär JB Sports per Vertrag zugesichert, dass die Agentur für die WM 2014 in Brasilien ein Kontingent von 1400 hochwertigen Plätzen, etwa für das Finale, bekommen solle. Der Gewinn aus dem Verkauf dieser Tickets sollte je zur Hälfte zwischen Valcke und den JB Sports geteilt werden. Valcke bestreitet die Vorwürfe.

Die Causa Valcke wird auch Thema beim Treffen des Fifa-Exekutiv-Komitees sein, das Donnerstag und Freitag in Zürich stattfindet. Der Fifa-Vorstand will sich zudem auf den aktuellen Stand der Ermittlungen der USA und Schweiz zu Korruptionsvorwürfen bringen lassen. Das geht aus der Tagesordnung des Treffens hervor, welche die Fifa veröffentlichte.
Freitagnachmittag will Fifa-Chef Sepp Blatter sich dann den Fragen der Presse stellen. Ohne Zweifel wird er dabei gefragt werden, ob er Kenntnis davon hatte, dass sein Generalsekretär außerhalb der üblichen Vermarktungswege Verträge zum Verkauf von WM Tickets abschließt.

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