Fifa-Skandal Nächster Funktionär wird an die USA ausgeliefert

Und noch einer: Mit dem Präsidenten des Fußball-Verbands von Nicaragua, Julio Rocha, wird nun der nächste Fifa-Funktionär von der Schweiz an die USA überstellt. Es geht um 150.000 Euro Bestechungsgeld.
Nach der Sperre von Fifa-Chef Sepp Blatter (r.) nun die nächste Konsequenz aus dem Fifa-Skandal: Julio Rocha (l.) wird an die USA ausgeliefert. Quelle: ap
Rocha und Blatter

Nach der Sperre von Fifa-Chef Sepp Blatter (r.) nun die nächste Konsequenz aus dem Fifa-Skandal: Julio Rocha (l.) wird an die USA ausgeliefert.

(Foto: ap)

ZürichDie Schweiz hat im Korruptions-Verfahren gegen mehrere Fifa-Funktionäre die Auslieferung eines weiteren Beschuldigten an die USA bewilligt. Demnach darf Julio Rocha aus Nicaragua an die USA ausgeliefert und von dort in sein Heimatland überstellt werden. Das hat das Schweizer Bundesamt für Justiz am Donnerstag entschieden. Rocha kann den Entscheid innerhalb von 30 Tagen anfechten.

Gegen den ehemaligen Präsidenten des Fußball-Verbandes von Nicaragua liegt in den USA ein Haftbefehl vor. Die Staatsanwaltschaft von New York wirft ihm vor, beim Verkauf von Marketing-Rechten für Länderspiele Nicaraguas 150.000 US-Dollar an Bestechungsgeldern für sich und einen anderen Funktionär kassiert zu haben. Rocha war am 27. Mai gemeinsam mit sechs weiteren Fifa-Funktionären in Zürich festgenommen worden.

„Der Kollaps der Fifa“
Tagesanzeiger (Schweiz)
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„Auf Fifa-Chef Joseph Blatter darf jetzt auch ein staubtrockener Funktionär folgen. Hauptsache: integer“ „Die Zeit der Bruderküsse ist vorbei“ „Auch in der Schweiz war die Kritik am selbstherrlichen Gehabe Blatters stärker als der patriotische Stolz, einen Landsmann auf Augenhöhe mit Papst, UNO-Generalsekretär und Wladimir Putin zu wissen. ... Ob am Ende strafrechtlich etwas an Blatter hängen bleibt, ist dabei weniger wichtig, als dass der Weltfußballverband die Lehren aus diesem Fall zieht: Korruption, Günstlingswirtschaft und Personenkult sind 2015 in demokratischen Ländern unzeitgemäß geworden - das gilt auch für einen Sportverband mit weltweiter Ausstrahlung.“

Neue Zürcher Zeitung (Schweiz)
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„Der Kollaps der Fifa“ „Die Spitze des Weltfußballs ist weggespült, weggespült an nur einem Tag, wenn auch mit Ansage. ... Die Fifa-Strukturen sind so morsch, dass sie missbraucht werden können. Mit den jüngsten Sperren ist das System kollabiert. Ob ein Neuaufbau möglichst ist, hängt stark damit zusammen, ob die längst lancierten Reformen durchgesetzt werden können.“

Blick (Schweiz)
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„Platini & Blatter am Ende vereint ... Gemeinsam in den Abgrund“ „Wie grotesk die Situation mittlerweile ist, zeigt die Forderung von Platini, der nun seinerseits eine Untersuchung gegen die Ethikkommission der Fifa will.“

L’Est républicain (Frankreich)
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„Auf seinem Kurs zur Präsidentschaft hat Michel Platini schnell (leichtsinnig?) seine Karten auf den Tisch gelegt, sich präsentierend wie ein weißer Ritter, der dem System den Hals umdreht.“

L’Alsace (Frankreich)
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„Das grundlegende Recht der Verteidigung wurde mit den Füßen getreten und Michel Platini übel von hinten gefoult. Wird ihm jemand wieder aufhelfen?“

La Charente libre (Frankreich)
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„Zu anderen Zeiten hätte eine Entscheidung der Ethikkommission der Fifa kaum mehr als ein Lächeln bewirkt. Die Suspension von Sepp Blatter und Michel Platini für 90 Tage hat große Wellen geschlagen. Es wird nicht mehr gescherzt.“

Les Dernières Nouvelles d’Alsace (Frankreich)
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„Niemand kann auf Schutz hoffen vor der gewaltigen Welle, die den internationalen Fußball überspült. Michel Platini macht diese bittere Erfahrung. Bis vor wenigen Tagen galt er als weißer Ritter, der sich sicher sein konnte, an die Spitze der Fifa zu gelangen. Seit gestern ist das weniger sicher. (...) Der offensive Mittelfeldspieler ist zur Verteidigung gezwungen.“

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  • dpa
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