Fifa-Skandal
Platini soll Blatter mit Gefängnis gedroht haben

Kurz nach seiner Wiederwahl kündigte Fifa-Präsident Joseph Blatter seinen Rücktritt an. Uefa-Chef Michel Platini ist bisher der einzige ernstzunehmende Bewerber für die Nachfolge. Nun erhebt Blatter schwere Vorwürfe.
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AmsterdamDer scheidende FIFA-Präsident Joseph Blatter hat Vorwürfe gegen seinen möglichen Nachfolger an der Spitze des Fußball-Weltverbands erhoben. UEFA-Chef Michel Platini habe ihm beim FIFA-Wahlkongress im Mai mit Gefängnis gedroht, falls er nicht auf seine erneute Kandidatur verzichten würde, berichtete Blatter (79) in einem Interview, das die niederländische Zeitung „de Volkskrant“ am Samstag veröffentlichte.

Platini soll die Drohung gegenüber Blatters 80 Jahre altem Bruder Peter ausgesprochen haben. „Platini saß während des Mittagessens (beim FIFA-Wahlkongress) neben meinem Bruder“, berichtete Blatter der Zeitung zufolge. „Er sagte: Berichte Sepp, dass er sich vor der Wahl zurückziehen muss, sonst geht er ins Gefängnis.“ Sein Bruder habe angesichts dieser Drohung geweint.

Platini wollte sich nach Angaben der Zeitung nicht persönlich zu den Vorwürfen äußern. Aus seinem direkten Umfeld seien diese jedoch zurückgewiesen und erklärt worden, Blatter versuche einmal mehr, „die Welt von den wahren Problemen abzulenken, mit denen die FIFA konfrontiert ist“. Informierte Kreise bestätigten diese Aussagen der Deutschen Presse-Agentur.

Der Franzose Platini hat bislang als einziger ernstzunehmender Bewerber seine Kandidatur für die Nachfolge Blatters angekündigt, über die am 26. Februar 2016 bei einem außerordentlichen FIFA-Kongress entschieden werden soll. Blatter war Ende Mai wiedergewählt worden, kündigte jedoch wenige Tage später angesichts des Korruptionsskandals um den Weltverband seinen Rückzug an.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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