Fifa-Skandal Präsidentschaftsbewerber Chung findet Ethik-Untersuchung „zynisch“

Der ehemalige Fifa-Vizepräsident Chung Mong-Joon sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne. Grund ist eine Untersuchung der Ethik-Kommission, in der es um 400.000 womöglich zweckentfremdete Dollar geht.
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Fifa-Präsidentschaftsbewerber Chung Mong-Joon sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne durch die Ethik-Kommission. Quelle: ap
Fifa-Skandal

Fifa-Präsidentschaftsbewerber Chung Mong-Joon sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne durch die Ethik-Kommission.

(Foto: ap)

SeoulFifa-Präsidentschaftskandidat Chung Mong-Joon hat die gegen ihn laufenden Ermittlungen der Fifa-Ethikkommission als „zynisch“ bezeichnet. Der Südkoreaner hatte im Jahr 2010 als Fifa-Vizepräsident 400.000 Dollar für Fußball-Projekte in von einer Flut betroffenen Region in Pakistan bewilligt. Im Juni waren von der asiatischen Fußball-Konföderation angebliche Belege über nicht ordnungsgemäß verwendete Spendengelder an die Fifa-Ethikkommission weitergeleitet worden.

Chung verurteilte die Untersuchung als „zynischen und unethischen Versuch der Fifa, wohltätige Spenden für politische Manipulationen zu missbrauchen“. Am Montag hatte Chung seine Bewerbung um die Nachfolge von FIFA-Präsident Joseph Blatter publik gemacht. Diese hatte er mit harscher Kritik an der Amtsführung des Schweizers verbunden.

Keine Lichtgestalt für die Fifa in Sicht
Joseph Blatter
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Nach dem Rücktritt des Fifa-Chefs sprießen die Gerüchte um seine Nachfolge: Viele Namen werden genannt, doch kaum ein gehandelter Kandidat erscheint realistisch auf dem Fußballthron. Außerdem bietet kaum einer der potenziellen Fußballkönige einen wirklichen Neuanfang. Die Kandidaten.

Zwei Kandidaten
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Ein Team? Fifa-Päsident Sepp Blatter (Mitte) mit Uefa-Chef Michel Platini (links) und Franz Beckenbauer 2007 bei einem Benefizspiel der Fifa: Die Liste der möglichen Kandidaten für die Nachfolge von Blatter ist jedoch viel länger und vielfältiger.

Franz Beckenbauer
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Seine Popularität nutzte der „Kaiser“ bereits, um die WM 2006 nach Deutschland zu holen – auf ihn als Präsidenten könnte sich die Fußball-Welt sicher einigen. Als Exko-Mitglied war er allerdings bei der skandalumwitterten WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt. Ob er überhaupt antreten würde, ist fraglich.

Uefa-Chef Michel Platini
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Michel Platini steht seit 2007 an der Spitze der Uefa, des europäischen Fußballverbands. Doch eine weltweite Unterstützung für den zuletzt Blatter-kritischen Platini erscheint zumindest derzeit fraglich. Denn er ist vorbelastet: Schließlich war er an der Vergabe der WM nach Russland beteiligt. Außerdem ist sein Sohn für Katar aktiv. Und er war lange ein enger Vertrauter von Blatter, also Teil des alten Fifa-Systems. Dennoch stehen die Chancen für einen europäischen Kandidaten nicht schlecht...

Wolfgang Niersbach
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DFB-Chef Wolfgang Niersbach (64) spielt sich mit solchen Sätzen auch nicht gerade in den Vordergrund: „Das ist noch alles so frisch, ich gehe davon aus, dass diese neue Situation auch ganz neu bewertet werden muss“, sagte Niersbach nach dem Blatter-Rückzug. Dabei müsse man sich auch mit der Frage beschäftigen, ob Europa und die UEFA „einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken“. Er selbst ist damit ja wohl nicht gemeint. Wer dann?

Luis Figo
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Im Vorfeld der Wiederwahl Blatters am vergangenen Freitag hatte der ehemalige Weltfußballer Luis Figo (42) eine Kandidatur vorbereitet – diese dann aber, genau wie der Niederländer Michael van Praag, zurückgezogen. „Wir sollten verantwortlich und ruhig eine gemeinsame weltweite Lösung finden finden.“ Mit dieser unschlüssigen Haltung hat er öffentlich jedenfalls nicht gepunktet.

Prinz Ali bin Al Hussein
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Prinz Ali hatte die Wahl zum Fifa-Präsidenten am Freitag mit 73:133 Stimmen gegen Blatter verloren. Theoretisch steht er nach dem Rücktritt des Schweizers zwar für Neuwahlen bereit. Ex-DFB Chef Theo Zwanziger hält den jordanischen Prinzen Ali bin Al Hussein (39) aber für keinen geeigneten Nachfolger Blatters. „Das ist ein junger, relativ unerfahrener Mann, der in dem gleichen System, was vorher bestand, von den Konföderationen gesteuert worden wäre.“

Chung muss wie allen Kandidaten eine Integritätsprüfung durch die Ethikkommission überstehen. Ob die laufenden Ermittlungen eine Kandidatur verhindern können, ist noch unklar.

  • dpa
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