Fifa-Vorsitz
Blatter kandidiert 2007 erneut

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat im Rahmen des 56. Fifa-Kongresses in München angekündigt, 2007 nochmals für den Vorsitz des Weltverbandes zu kandidieren. Zudem leitete die Fifa einen Selbstreinigungsprozess ein.

Beim 56. Ordentliche Kongress der Fifa in München hat der Weltverband wichtige Weichen für die Zukunft gestellt, um nach Wett- und Manipulationsskandalen, Korruption und Bereicherung durch Einzelpersonen einen Prozess der Selbstreinigung einleiten zu können. 205 stimmberechtigte Mitgliedsverbände trugen mit überwältigender Mehrheit den Reformwillen von Fifa-Boss Joseph S. Blatter mit, der die Zusammenkunft im Internationalen Congress Centrum München ICM wieder einmal zu einer Selbstinszenierung nutzte. Am Ende kündigte er defintiv an, im Jahr 2007 für eine dritte Amtszeit als Fifa-Präsident zu kandieren; Blatter amtiert seit 1998 und steht seit 31 Jahren in Diensten des Weltverbandes.

Ethikkommission eingesetzt

Kernpunkt des Maßnahmenpaketes, das verabschiedet wurde, war die Einsetzung einer Ethikkommission (bei 15 Gegenstimmen) als unabhängiges Kontrollorgan, um gegen die Auswüchse im Fußball vorgehen zu können. Der Fußball befinde sich auf Abwegen, hatte Blatter gesagt. Das neue Gremium wird als drittes Rechtsorgan neben der Disziplinar- und Berufungskommission verankert. Die Ethikkommission soll den Fußball überwachen und Maßnahmen gegen mögliche Fehlentwicklungen ergreifen sowie Verstöße ahnden.

Fifa verzeichnet sattes Plus

Dem Kongress konnte der 70-jährige Blatter beeindruckende Bilanzzahlen vorlegen. Die Einnahmen im Zeitraum 2007 bis 2010 mit der WM in Südafrika werden im Vergleich zu 2003 bis 2006 um voraussichtlich 64 Prozent von 1,834 Mrd. Dollar (1,467 Mrd. Euro) auf 3,00 Mrd. Dollar (2,4 Mrd. Euro) steigen. 70 Prozent der Einnahmen seien bereits vertraglich abgesichert, so Fifa-Generalsekretär Urs Linsi.

Auf Grund der Geldflut werden 2,55 Mrd. Dollar (2,04 Mrd. Euro) investiert und 450 Mill. Dollar (360 Mill. Euro) voraussichtlich als Gewinn übrig bleiben. "Der Fußball ist die wichtigste Einzelsportart der Welt, weil das Spiel so gut ist. Deshalb haben wir 32 Mrd. Fernsehzuschauer weltweit", betonte Blatter.

Gleichzeitig gaben die Delegierten dem Exekutivkomitee den Auftrag, kurzfristig Maßnahmen wie die weltweite Reduzierung der Spitzenligen auf maximal 18 Vereine, die bessere Kontrolle und Überwachung der Spielerberater und eine weltweites Klublizenzierungsverfahren durchzuführen. Die Task Force "For the Good of the Game" hatte entsprechende Vorschläge erarbeitet. "Sie haben dem Exekutivkomitee das Instrument an die Hand gegeben, um die Beschlüsse umzusetzen. Wir werden aktiv, wir unternehmen etwas", rief der Schweizer Fifa-Chef dem Kongress zu.

"Der Fußball ist eine Quelle der Hoffnung

Blatter nutzte die Versammlung in der bayerischen Landeshauptstadt, der auch IOC-Präsident Jacques Rogge beiwohnte, um auf die vier Grundpfeiler der Fifa nochmals ausdrücklich hinzuweisen. Für den 70-Jährigen sind dies Authentizität, Integrität, Leistung und Einheit. "Der Fußball ist eine Quelle der Hoffnung und Inspiration für diejenigen, die Hilfe brauchen", verdeutlichte Blatter das Credo der Fifa.

Er ließ den Delegierten drei kurze TV-Filme vorführen, die "drei verborgene Geschichten" zeigten, um seine Botschaft zu verdeutlichen und die sozialpolitische Verantwortung des Fußballs als "Schule des Lebens" zu verdeutlichen. Blatter: "Ein Ball kann nicht die Welt ändern, aber er kann seinen Beitrag leisten."

Per Akklamation ließ Blatter die Einsetzung einer Stiftung unter dem Motto "Football for a better world" vom Kongress absegnen. Der Fifa-Präsident verlas in diesem Zusammenhang auch die mit UN-Generalsekretär Kofi Annan verfasste gemeinsame Erklärung. Sie rufen dabei zu Frieden, Toleranz und Entwicklung auf.

Blatter plant zudem die Installierung eines Fifa-TV-Kanals, damit um die Umsetzung der insgesamt 247 Programme in 180 Länder selbst berichten zu können. Seiner Ansicht nach werde nicht genügend und positiv genug über die Initiativen der Fifa in den Medien berichtet. Der Fußball in Afrika wird mit einem Maßnahmenkatalog unter dem Motto "Gewinnen in Afrika - mit Afrika" unterstützt. Blatter versprach unter anderem auch, dass einige nordafrikanische Länder trotz fehlender Verträge mit dem TV-Vermarkter Infront das Fernsehsignal für die WM-Spiele erhalten werden.

© SID

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