Fifa-Wahl Sepp Blatter bleibt Fifa-Präsident

Auch höchste politische Kreise haben Joseph Blatter zum Rückzug aufgefordert – ohne Erfolg. Der Schweizer wurde im Amt des Fifa-Präsidenten bestätigt. Gegenwind ist vor allem von der Uefa zu erwarten.
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Fifa-Sponsoren haben Angst um ihr Image

ZürichAm Ende ging alles schnell. Um kurz nach 19 Uhr war der erste Wahlgang nach einer quälend langen Wahlprozedur durch. Blatter verpasste zwar das Quorum von 140 Stimmen, um gleich im ersten Wahlgang gewählt zu werden. Aber mit 133 Stimmen hatte er eine komfortable Mehrheit der 206 gültigen Stimmen. Sein jordanischer Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein, der 73 Stimmen erhielt, trat plötzlich an das Rednerpult. „Ich danke allen für Ihre Unterstützung“, sagte er und zog seine Kandidatur zurück. Die Sitzungsleitung erklärte daraufhin Blatter, der alle Rücktrittsforderungen ignoriert hatte, zum neuen Fifa-Präsidenten. Zum fünften Mal. In den Applaus mischten sich aber auch Pfiffe.

„Prinz Ali hat ein sehr gutes Ergebnis erzielt“, lobte Blatter, der sichtlich erleichtert wirkte, „In den nächsten vier Jahren werde ich Kapitän dieses Schiffs namens Fifa sein, um es zurück auf das Meer zu bringen.“ Blatter, der nach dem neuerlichen Korruptionsskandal mit sieben Festnahmen von Spitzenfunktionären in Zürich abermals ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war, kündigte aber auch seinen Rückzug an: „Am Ende meiner Amtszeit werde ich die FIFA meinem Nachfolger übergeben, eine robuste FIFA“, sagte der Schweizer.

Vor seinem Rücktritt will er allerdings noch das Exekutiv-Komitee neuorganisieren. Blatter will, dass die einzelnen Konföderationen repräsentativer im Fifa-Vorstand vertreten sind. Das kann eigentlich nur heißen, dass die Uefa mehr Stimmen bekommen soll. Ferner sollen mehr Frauen in den Fifa-Vorstand einziehen.

„Gott, Allah, oder was immer über uns ist, wird uns helfen, die Fifa wieder zurück zu bringen“, erklärte Blatter nach seinem Triumph. „Wir brauchen keine Revolution, wir brauchen eine Evolution. Ich möchte die Fifa neu gestalten, damit am Ende meines Mandats eine solide Fifa weiterregieren kann. Eine starke Fia, die den Sturm überstanden hat“, so Blatter.

„Blatter wie Osama bin Laden“
Spiegel Online
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Joseph Blatter rauft sich die schüttere Stirn: Mit diesem Bild illustriert Spiegel Online die Analyse des gestrigen Tages. „Für den Fifa-Präsidenten könnte es nach den Festnahmen in Zürich und dem Boykottaufruf der Uefa tatsächlich brenzlig werden“, schreibt der Onlinedienst des Magazins. Das Warten auf seine fünfte Amtszeit habe sich Blatter wohl anders vorgestellt.

Zeit Online
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„Läuft nicht ganz rund“: Süffisant betitelt Zeit Online einen Bericht zum Korruptionsskandal bei der Fifa. Im Artikel heißt es: „Die Fifa verdient immer mehr Geld mit jeder WM. Denn sie hat den Wettbewerb zwischen den Austragenden geschürt.“ Das lade auch zum Missbrauch ein.

Bild
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Auf der Titelseite der Bild-Zeitung prangt in Großbuchstaben der Aufruf an Fifa-Chef Joseph Blatter: „Hau ab!“ Die Fifa liege in Trümmern, aber Blatter tue so, als sei nichts gewesen. „Treten Sie endlich zurück, Herr Blatter“, lautet die unmissverständliche Empfehlung der Zeitung.

Süddeutsche Zeitung
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Ironisch nimmt der Onlinedienst der Süddeutschen Zeitung den Fifa-Kommunikationschef Walter de Gregorio auf die Schippe. Der Fifa-Sprecher hatte am Mittwoch über den Gemütszustand von Präsident Blatter gesagt: „Er tanzt natürlich nicht in seinem Büro.“ Der Zugriff der Justiz hätte für Blatter „nicht ungünstiger kommen können“, meint die Zeitung.

Neue Zürcher Zeitung
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Die Neue Zürcher Zeitung schreibt am Donnerstag zur Festnahme führender Fifa-Funktionäre:„Auch wenn die Fifa versuchen wird, ihren Kongress am jüngsten Aufruhr vorbeizunavigieren, werden leere Stühle von den Festnahmen zeugen. Die Fifa wird sich um einen ruhigen Kongress bemühen und vermutlich den Präsidenten Joseph Blatter im Amt bestätigten.“ Ihre dunklen Geister werde sie aber so schnell nicht los.

Blick Online
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„Wildwest im Nobelhotel Baur au Lac. Die Welt schaut auf die Schweiz. Und schüttelt ungläubig den Kopf“, schreibt der Online-Dienst der Schweizer Boulevardzeitung Blick. Der Weltfußballverband werde „durchgeschüttelt wie noch nie in seiner Geschichte“. Wenn die Wahl zum Präsidenten tatsächlich stattfinde, werde Blatter im Amt bestätigt. „Es gibt momentan und in dieser Krisensituation keine überzeugende Alternative“, heißt es in dem Bericht weiter.

The Guardian
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Der britische Guardian kommentiert die Korruptionsermittlungen lakonisch: „Blatter sitzt ganz oben auf diesem dampfenden Haufen von Bestechung. Er mag äußerlich ruhig wirken, aber er ist am Ende. Entweder er geht, oder die Fifa bricht zusammen.“ Ohne grundlegende Erneuerung sei zu bezweifeln, „dass der internationale Fußball und sogar die Fußball-Weltmeisterschaft überleben werden“. 

Sogar höchste politische Kreise haben sich in die Diskussion eingeschaltet. Der britische Premierminister David Cameron forderte Blatter zum Rückzug auf. „Nach meiner Meinung sollte er gehen. Wir erleben die hässliche Seite eines schönen Spiels“, sagte Cameron am Freitag bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Auch Merkel verlangte einen Neuanfang bei der FIFA. „Was für mich im Zentrum steht, ist das, dass mit der Korruption dort gebrochen wird, dass dort Transparenz einkehrt.“

Gegenwind für Blatter
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2 Kommentare zu "Fifa-Wahl: Sepp Blatter bleibt Fifa-Präsident"

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  • Niersbach mitmischen lassen und richtig gegen Blatter KÄMPFEN;
    Wenn die UEFA nicht zum Austritt bereit ist, dann auf jeden Fall die Deutsche Fußball Liga , DFB ..
    Rückgrat beweisen und CHarakter zeigen !!

  • FiFA komplett auflösen, den ganzen korrupten Misthaufen 25 Jahre bei Wasser und Brot in den Kerker (ohne Gerichtsverhandlung).
    Viele, viele, viele würden das begrüßen !!!!

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