Fifa widmet das zweite Halbfinale dem verstorbenen Kameruner
In Gedenken an Marc-Vivien Foé

Die Bilder des bewusstlosen Fußballers auf der Trage sind auch zwei Jahre danach noch unvergessen. Am 26. Juni 2003 starb Marc-Vivien Foé während der Halbfinalpartie gegen Kolumbien. Deshalb widmet die FIFA das zweite Halbfinale des diesjährigen Confed-Cups am Sonntag in Hannover zwischen Mexiko und Argentinien dem im Alter von 28 Jahren auf dem Fußballplatz gestorbenen Kameruner.

HB HAMBURG. "Der Confederations Cup wird die ganze Fußballwelt immer an Marc- Vivien Foé erinnern, er bleibt untrennbar mit diesem Wettbewerb verbunden", sagt FIFA-Präsident Joseph Blatter. Das Spiel an seinem zweiten Todestag solle deshalb "auch im Gedenken an diesen großartigen Menschen und Fußballer stattfinden". Vor der Partie wird es eine Durchsage des Stadionsprechers geben. Eine Schweigeminute oder eine Gedenkveranstaltung sind nach Angaben des FIFA-Sprechers Alain Leiblang nicht geplant.

Nach Foés Tod gründete die FIFA eine Stiftung mit einem Kapital von einer Million Schweizer Franken, um die Finanzierung der Ausbildung der Kinder des Verstorbenen sicherzustellen. Der Vorsitzende der Organisationskommission des diesjährigen Confed-Cups, Chuck Blazer, erklärte: "Diese Vorsorge ist Ausdruck der Solidarität innerhalb der internationalen Fußballfamilie."

Doch von einer anderen Idee ist nicht viel geblieben. Kurz nach dem tragischen Vorfall hatte Blatter damals in Erwägung gezogen, den nächsten Confederations Cup nach Marc-Vivien Foé zu benennen. Dieses Ansinnen geriet ganz offensichtlich völlig in Vergessenheit. "So etwas ist nicht so einfach, der Confed-Cup wird seinen Namen behalten", sagte Leblaing am Freitag.

26. Juni 2003, Lyon, brütende Hitze im Stade Gerland: In der 72. Spielminute bricht Foé ohne Einwirkung eines Gegenspielers bewusstlos zusammen. Wenige Minuten später stirbt er. Es stellt sich heraus, dass Foé an einem angeborenen Herzfehler litt.

Das Endspiel zwischen Frankreich und Kamerun wurde drei Tage später ein Finale für Marc-Vivien Foé. Die Kapitäne Rigobert Song und Marcel Desailly trugen ein lebensgroßes Foto des Verstorbenen ins Stadion. Vor dem Anpfiff standen beide Teams Arm in Arm im Anstoßkreis. Die Stimmung war getrübt, der Fußball Nebensache.

Gemeinsam zeigten Song und Desailly nach dem 1:0 der Franzosen kurz die Trophäe. Das Siegtor erzielte Thierry Henry in der 97. Minute. Es war das letzte "Golden Goal" der Fußballgeschichte. 2004 wurde es abgeschafft. Ein Kommentator schrieb damals: "Die meisten Zuschauer wollen nicht, dass eine Verlängerung nach dem ersten Tor zu Ende ist. Nur am 29. Juni 2003 in Paris war das anders. Man war froh, dass es vorbei war."

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