Figo stand im Schatten von Deco
Zidane klarer Sieger im letzten Duell der Altmeister

Frankreich gegen Portugal , das war mehr als nur das Duell um das Ticket nach Berlin. Das war auch das letzte Aufeinandertreffen zweier Spielerpersönlichkeiten, die seit mehr als einem Jahrzehnt den Fußball geprägt haben - Zindedine Zidane und Luis Figo. Eindeutiger Sieger: Zidane.

MÜNCHEN. Der Franzose war von der ersten Minute an erneut Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft. Brillierte der Grand Maître der "Equipe Tricolore" gegen Brasilien noch mit zahllosen Streicheleinheiten für den Ball, ließ der 34-Jährige es gegen die Portugiesen weniger spektakulär zugehen. Doch er forderte den Ball, war auch als der Druck der Portugiesen in der zweiten Hälfte immer mehr zunahm, der Dirgent, der immer wieder gestenreich für Ordnung sorgte und den Takt für das blaue Orchester vorgab.

Natürlich ist er nicht mehr so schnell wie früher. Doch Einsatz, Beweglichkeit und Übersicht stimmten. Nicht selten eroberte sich Zidane den Ball weit in der eigenen Hälfte, um ihn dann nach vorne zu tragen. Und dann zeigte er wieder diese Gabe, die nur ganz große Spielerhaben und behalten: in den großen Spielen Verantwortung übernehmen und etwas Großes zu tun. Als nach 33 Minuten der Elfmeterpfiff ertönte, gab es keine Diskussionen. Es konnte nur einen geben - nur "Zizou". Ein kurzer Blick, zwei Schritte Anlauf und der Ball schlug unhaltbar unten links ein. Sein zweite Krönung als "König von Frankreich" - Zidane, der am Sonntag in Berlin für immer von der Fußballbühne abtritt, hat sie sich selbst glänzend vorbereitet.

Figo dagegen zeigte viel zu selten, was er wirklich drauf hat. Der Kapitän, der nach dem Viertelfinale gegen England mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte, stand klar im Schatten von Regisseur Deco. Zwar setzte er sich im Spiel eins gegen eins einige Male schön auf der rechten Seite gegen Abidal durch. Doch seine Flanken spielte der 33-Jährige, der in den Finalrundenspielen im Vergleich zur Vorrunde deutlich abgebaut hat, zu ungenau. Wechselte er mit Cristiano Ronaldo die Seiten, ging noch weniger. Gegen Bayern-Verteidiger Willy Sagnol bekam Figo keinen Stich. Wie der gesamten Mannschaft fehlte ihm am Ende das Feuer, die Energie und der letzte Wille, das Spiel herumzureißen.

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