Finale gegen Österreich
Führungsspieler Ballack und Frings in der Pflicht

Nach der Enttäuschung gegen Kroatien sind Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings im "Endspiel" gegen Österreich als Herzstück der DFB-Elf besonders gefordert. Ein Vorrundenaus könnte den Ruf der beiden erfahrenen Nationalspieler nachhaltig beschädigen.

WIEN. Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings bilden im zentralen Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft das so genannte Herzstück der DFB-Auswahl. Bei der 1:2-Niederlage gegen Kroatien schlug dieses Herz offensichtlich nicht wie gewohnt, es fehlte ein funktionierender Schrittmacher.

Erfahrene Spieler gefordert

Im Gruppen-"Endspiel" gegen Österreich am Montag (20.45 Uhr/live in der ARD) in Wien stehen die beiden Führungsspieler nun erneut im Fokus und in der Verantwortung. "Wir brauchen die Unterstützung der erfahrenen Spieler - Michael Ballack vorne weg, aber auch von Torsten Frings", sagte Teammanager Oliver Bierhoff.

Ein Vorrunden-Aus könnte das Image der beiden erfahrenen Nationalspieler nachhaltig beschädigen. Immer wieder musste sich Ballack im Verlauf seiner Karriere von seinen Kritikern den Vorwurf gefallen lassen, in entscheidenden Situationen nicht präsent zu sein. Obwohl er bereits viermal deutscher Meister und dreimal DFB-Pokalsieger wurde und längst in der Nationalmannschaft, aber auch beim FC Chelsea zum "Leader" gereift ist, haftet dem 31-Jährigen oft noch der Makel des "ewigen" Zweiten an.

Ballack sauer über die eigene Leistung

Umso wichtiger ist es für den Mittelfeldspieler auch persönlich, mit der DFB-Auswahl bei der Europameisterschaft Erfolg zu haben. Entsprechend angefressen war Ballack auch nach der Pleite gegen Kroatien. Sauer war er aber nicht nur über seine Kollegen, sondern auch über seine eigene Leistung. Es war ihm nicht gelungen, die Mannschaft wie in den Spielen zuvor zu führen. Vor allem offensiv gelang dem DFB-Kapitän im Zusammenspiel mit Frings kaum etwas.

Bundestrainer Joachim Löw war jedoch vor dem Österreich-Spiel sichtlich bemüht, seinen wichtigsten Spieler in Schutz zu nehmen: "Man darf nicht alles zu sehr auf Michael Ballack fokussieren. Die Kroaten haben Michael mit einer Doppeldeckung geschickt zugestellt."Dass Ballack am Montag in Wien offensiver ausgerichtet sein wird, schloss Löw aber schon einmal aus: "Er wird keine andere Rolle spielen und bekommen."

Vielmehr vertraut der DFB-Coach darauf, dass sich Ballack und Frings wieder "hervorragend" ergänzen. "Frings ist derjenige, der immer schaut, dass die Absicherung für Michael funktioniert. Er ist der Mann vor der Abwehr. Michael kann dann mit seiner enormen Kampfkraft und Laufstärke auch offensive Akzente setzen." Allerdings räumte der Bremer Frings ein, "dass die Abstimmung in allen Mannschaftsteilen besser werden muss. Es haben sich zu viele Lücken aufgetan."

Noch vor dem Kroatien-Spiel hatte Frings seinen Nebenmann in der Zentrale ausdrücklich gelobt. Es sei vorbildlich, "dass Michael für die Mannschaft auf einen Teil seiner Stärken verzichtet. Aber wenn wir am Ende Erfolg haben, war alles richtig." Und wenn nicht?

Ballack: "Muss nicht mehr zeigen dass ich torgefährlich bin"

Doch auch Ballack verdeutlichte zuletzt immer wieder, dass es für ihn kein Problem sei, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen: "Ich muss nicht mehr zeigen, dass ich torgefährlich bin. Ich habe meine Qualitäten schon bewiesen, und jetzt, mit 31, will ich mit der Nationalelf auch mal einen Titel gewinnen. Da schaut man natürlich erst recht, was das Beste fürs Team ist."

Bei der EM 2004 in Portugal, als die deutsche Nationalmannschaft in der Vorrunde schon ausgeschieden war, habe er auch weiter vorne gespielt, ergänzte Ballack: "Und was hat"s gebracht?"

© SID

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